Waschechter Honda FT 500 Tracker

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In den einschlägigen Foren und Webseiten findet man ja immer wieder richtig gut gemachte Custom Bikes. Auch für Wolfgang war die mediale Inspiration der Auslöser dafür etwas Eigenständiges auf die Räder zu stellen. Allerdings sollte sein Honda FT 500 Tracker keine Kopie werden, sondern „sein Motorrad“, und auf jeden Fall eine Straßenzulassung bekommen. 

Wie der Name schon verrät, orientieren sich Flat Tracker an den gleichnamigen Motorradrennrädern, bei denen Serienmotorräder für den Einsatz auf den ovalen Sandpisten umgebaut wurden. In den USA wurden die flachen Rundstrecken in den frühen 1930er Jahren populär. Und mit einem Hauch von Nostalgie im Gepäck erlebte die Tracker-Welle auch in Europa vor einigen Jahren ein Comeback.

Die Ausgangsbasis erfüllte die Rahmenbedingungen

Es hat fast zwei Jahre gedauert bis Wolfang den fertigen Tracker im Kopf „zusammengestellt“ hatte. Zuerst überlegte er sich welches Motorrad überhaupt als Basis in Frage kommen könnte. Dabei sollten folgende Randbedingungen erfüllt werden: es sollte ein Umbau mit einem Einzylinder-Motor mit ca. 500 ccm Hubraum werden. Das Motorrad sollte klassische Federbeine, einen Rahmen aus Rundrohr und einen E-Starter besitzen. Letztendlich fiel die Wahl auf die Honda FT 500, die sich als Umbaubasis hervorragend eignet. 

Ein guter Freund verkaufte Wolfgang eine abgelegte Honda FT 500 aus seinem Bestand für faire 600 Euro. Damit war schon einmal der Grundstein für das geplante Custom Bike gelegt. 

Wolfgang mit seinem Honda Tracker (Foto: Wolfgang Kamp)

Umbau zum Honda FT 500 Tracker

Der komplette Umbau, vom Kauf bis zur Zulassung, dauerte ein Jahr. Richtig viel Zeit kostete die Suche nach einem passenden Tank, der Wolfgangs Vorstellungen entsprach. Nachdem das richtige Spritfass einer Honda CB erstanden war, machte er sich an die Fertigung der Seitenteile und der Heckabdeckung. Billiger Kunststoff kam für Wolfgang hierbei nicht in Frage und formte die Anbauteile aus Metall. Den kleinen Gewichtsnachteil nahm er dabei gerne in Kauf.

Den Rohstoff für die Seitenteile bezog Wolfgang aus einer Trennwand von einem Mercedes-Sprinter und für das Heck musste eine Seitenwand aus einem VW Golf herhalten, alles natürlich stark modifiziert, aber zumindest war eine Grundform da. Der Rest ergab sich dann so nach und nach. Denn das fertige Bild hatte er stets im Kopf und wusste auch genau, was er erreichen wollte.

Honda FT 500 Tracker
Honda FT 500 Tracker (Foto: Wolfgang Kamp)

Bei dem Tracker-Umbau gab es allerdings auch immer wieder Rückschläge. An manchen Teilen hat Wolfgang Tage gearbeitet, um sie letztlich wegzuwerfen, da das Ergebnis einfach nicht mit dem Rest des Honda-Trackers harmonierte. Ohne Fleiß kein Preis, lautet ein bekanntes Sprichwort. Und so leicht lässt sich kein Custom-Builder von seinem Vorhaben abbringen.

Storm Endtopf krönt den Honda-Umbau (Foto: Wolfgang Kamp)

Überblick der wichtigsten Änderungen

  • Rahmen gekürzt
  • Loop eingeschweißt
  • Tank Aufnahmen vorn und hinten geändert.
  • Sitzbank Aufnahme abgefertigt.
  • Rahmenausleger für Beifahrerfussrasten entfernt.
  • Umgebauter Tank von einer Honda CB 360 G
  • Seitendeckel und Heckabdeckung wurden aus Metall gefertigt.
  • Sitzbank Eigenbau
  • Kennzeichenhalter Eigenbau
  • Lampenhalter Eigenbau
  • Lenker verbreitert
  • Lenkerendenblinker von Gazzini
  • Schlussleuchten von Shinyo
  • Mini-Tacho analog

Wichtig war es zudem die Kosten während des Umbaus nicht aus den Augen zu verlieren. Das anfangs gesetzte Budget von 3.500 Euro wurde zum Schluss aber doch etwas überzogen. Mit der Anschaffung der Honda FT 500 flossen rund 4.300 Euro in den Umbau zum Tracker. Geld ist aber in so einem Fall immer relativ, denn es geht ja doch um das eigene Motorrad, das im Fall eines Umbaus ganz persönlichen Vorstellungen entsprechen soll und nicht als „Handelsware“ entsteht.

Die Honda FT 500 wurde ein knackiges Spaßmobil (Foto: Wolfgang Kamp)

Mir persönlich gefällt Wolfgangs Honda FT 500 Tracker richtig gut. Sein Umbau verkörpert alles, was einen waschechten Dirt Tracker ausmacht. Dass er sein Motorrad gerne fährt, verwundert mich keineswegs.

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