Yamaha XSR 900 ‚CP3‘ von JvB-Moto

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Auf der Yard Built Night bei KEDO in Hamburg wurde die neuesten Yamaha-Umbauten aus dem ‚Faster Sons‘ Programm erstmals offiziell vorgestellt. Ich war zum Pressetermin geladen und wollte mir die XSR700 „Grasshopper“ von Hookie aus Dresden und die XSR900 ‚CP3‘ von JvB-moto nicht entgehen lassen.

Hinter JvB-Moto steckt Jens von Brauck, der eine Custom-Werkstatt in Köln unterhält und bereits seit Jahren in der Szene eine fest etablierte Größe ist. Kein Wunder also, dass ihn Yamaha abermals ansprach eines ihrer Motorräder im Rahmen das Yard Built Programms umzubauen. Dieses Mal nahm er sich die XSR900 vor.

Der Kölner Designer Jens vom Brauck entwickelte die XSR900 'CP3'
Der Kölner Designer Jens vom Brauck entwickelte die XSR900 ‚CP3‘ (Foto: Yamaha)

„Ich hatte die Yamaha XSR900 schon länger auf dem Schirm, mich aber nie so richtig an einem Umbau herangewagt, da es schwierig ist eine passende Linie für das Modell zu finden. Rahmen und Motor machen einen Umbau nicht leicht. Der Motor ist zudem kein Cruiser-Triebwerk, sondern ein richtiger Brenner. Der Dreizylinder geht ab wie Sau und macht richtig Laune, wenn man ihn rannimmt. Deshalb wollte ich der XSR900 eher einen klassischen Look geben, statt ein Retro-Bike auf die Beine zu stellen. Mir war eine schöne horizontale Linie bei der XSR900 ‚CP3‘ extrem wichtig.“

Das neue Heck mit LED-Beleuchtung ist angeschraubt
Das neue Heck mit LED-Beleuchtung ist angeschraubt (Foto: Yamaha)

Und das ist JvB-Moto auch sehr gut gelungen. Schon aus der Distanz wirkt die XSR900 ‚CP3‘ von Jens vom Brauck wie aus einem Guss. Jens entwickelte für die XSR900 eine neue Tankabdeckung und eine anschraubbare Heckeinheit mit eingebauter LED-Beleuchtung, die der Yamaha eine kompakte und klare Linie geben.

Als Basis dient die niht leicht umzubauende Yamaha XSR900
Als Basis dient die niht leicht umzubauende Yamaha XSR900 (Foto: Yamaha)

Ergänzt wird der Yamaha-Umbau durch einen LED-Scheinwerfer, der nebst Abdeckung von seinen Kunden bereits sehr gefragt ist. Weitere Custom-Parts sind der vordere Kotflügel, ein neuer Instrumenten- und Kennzeichenträger.

Die 'CP3' mit neuer Lampe, Instrumentenhalter und Tankverkleidung
Die ‚CP3‘ mit neuer Lampe, Instrumentenhalter und Tankverkleidung (Foto: Yamaha)

„Ich wollte es schnell aussehen lassen, ohne dass es zu aggressiv wirkt. Das Bike sollte bewusst unauffällig wirken, aber bestimmten klaren Linien folgen“, sagt Jens selbst über das Design. „Auch sollte es klar als Yamaha erkennbar sein und so habe ich das so typische Yamaha Racing Blue etwas dunkler und matt als Farbe gewählt.“

Das matte Dunkelblau steht der XSR900 'CP3' hervorragend
Das matte Dunkelblau steht der XSR900 ‚CP3‘ hervorragend (Foto: Yamaha)

Leichgewicht trifft auf Leistung

Mit dem Eingriff verlor die XSR900 „CP3“ auch an Gewicht und bringt nur 180 Kilogramm auf die Waage. In Kombination mit dem potenten, 119 PS starken Triple dürfte die ‚CP3‘ wohl zu den schnellsten Yard Built-Maschinen gehören, die je auf die Räder gestellt wurden. Schon die serienmäßige XSR900 beschleunigt in nur drei Sekunden auf 100 Sachen. Aber die XSR900 „CP3“  bringt rund 15 Kilogramm weniger Gewicht mit.

Den Motor fasst JvB-Moto nicht an, warum auch!? Technisch spendierte Jens seiner XSR900 ‚CP3‘ „nur“ eine Termignoni-Auspuffanlage aus Edelstahl, die dem XSR900 Umbau weitere 4 PS mitgibt. Der Bremsanlage spendierte er Beringer-Scheiben vorn. Die serienmäßige Bridgestone Battlax-Bereifung tauschte Jens gegen griffigere Pirelli Diablo Schlappen ein.

Neu: Termignoni-Auspuffanlage aus Edelstahl
Neu: Termignoni-Auspuffanlage aus Edelstahl (Foto: Yamaha)

Alle an der ‚CP3‘ verbauten GfK-Komponenten sind Kit-Teile, die sich Kunden später kaufen können, um ihre XSR900 nach Lust und Laune umzubauen. Jens vom Brauck kümmerte sich um die Entwicklung und KEDO übernimmt später die Produktion und den Vertrieb. Nach Aussage von KEDO gehen die Bolt-On Kits nächstes Jahr in Serienfertigung. Je nach avisierten Stückzahlen entstehen die Kit-Teile in Spritzguss oder GfK.

Alle Teile der XSR900 'CP3' wird es zu kaufen geben
Alle Teile der XSR900 ‚CP3‘ wird es zu kaufen geben (Foto: Yamaha)

„Wenn ich ein Einzelstück machen könnte, hätte ich viel mehr Möglichkeiten gehabt. Aber die Zielvorgabe war, dass die Maschine bzw. die verbauten Teile in Serie gehen sollen. Ich hatte deshalb lange experimentiert bis das fertige Ergebnis stand. Aber ich bin sehr zufrieden damit. Aktuell plane ich noch eine grellere Version der ‚CP3‘ mit knalligen Farben – vielleicht in einem ‚Malboro-Racing‘ Look.“

Ich gehe schwer davon aus, dass das nicht die letzte Maschine aus der Zusammenarbeit von Yamaha und Jens vom Brauck gewesen ist.

Für Jens vom Brauck war es nicht die erste Zusammenarbeit mit Yamaha
Für Jens vom Brauck war es nicht die erste Zusammenarbeit mit Yamaha (Foto: Yamaha)

Das JvB-Kit für den XSR900 Uubau beinhaltet

  • Felgencover
  • Beringer-Bremsen
  • Fußrasten von LighTech
  • Handgefertigtes Heckteil mit Sitz und LED-Rücklicht
  • Termignoni-Auspuffanlage aus Edelstahl
  • Kotflügel vorne
  • Tank-Cover
  • Tacho-Halterung
  • Anderer Lenker
  • LED-Scheinwerfer und Abdeckung
  • LED-Blinker vorne und hinten
  • Kennzeichenträger

Yamaha XSR900 – Wolf im Schafspelz

Grundsätzlich ist die XSR900 tolles Motorrad, aber Yamaha hat die Maschine leider falsch positioniert: Mit Rundscheinwerfer, klassischem Tank und aufgesetztem Rücklicht macht sie munter auf Retro. Im Herz trägt sie jedoch einen ultrascharfen Dreizylindermotor. Damit ist die Yamaha XSR900 der klassische Wolf im Schafspelz.

Die Yamaha XSR900 ist ein echter Wolf im Schafspelz
Die Yamaha XSR900 ist ein echter Wolf im Schafspelz (Foto: Nippon-Classic.de)

Letztendlich ist sie eine echte Performance-Maschine mit einer klassischen Hülle. Sie als Alternative zu Triumph oder zur BMW R Nine-T“ zu sehen, funktioniert meines Erachtens nicht. Mit dem leistungsstarken Dreizylinder-Motor steht die XSR900 eher zwischen den Retro-Twins einerseits und den klassischen Vierzylinder-Modellen wie die Kawasaki Z 900 RS auf der anderen Seite.

Insofern macht der Versuch mit Bolt-On Kits die Maschine in ein anderes Segment zu rücken durchaus Sinn.

 

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