Honda CX 500 – Werner Brösels „Güllepumpe“

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Modellgeschichte der Honda CX 500

Während viele Kurierfahrer die Honda CX 500 aufgrund ihrer besonderen Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit sehr schätzten, verlieh ihr ein deutscher Comic-Zeichner den wenig schmeichelhaften Spitznamen „Güllepumpe“. Dennoch wurde die CX 500 aus dem Hause Honda eine Erfolgsgeschichte und erfreut isch heute einer wachsenden Fangemeinde. Ihre technischen Raffinessen und der durchzugsstarke Motor überzeugten Biker Ende der siebziger Jahre. Inzwischen erlebt die „Güllepumpe“ eine Renaissance und wird gerne von Bike-Buildern und Tuning-Schmieden als Ausgangsbasis für einzigartige Cafe Racer Projekte genutzt.

Honda brachte während der Bauzeit verschiedene Versionen der CX auf den Markt. Neben der anfänglichen Standard-CX, gab es eine „Custom“ (Chopper-Variante), „Euro Sport“, „SilverWing“ sowie „Turbo“ Ausführung. Das Motorrad wurde auch mit auf 668 ccm vergrößertem Hubraum als CX 650 bzw. GL 650 angeboten.

 Honda CX 400Honda CX 500Honda CX 650
StandardCX 400CX 500
"Custom"CX 400 CCX 500 CCX 650 C
"Euro Sport"CX 500 ECX 650 E
"Silver Wing"GL 500GL 650
"Turbo"CX 500 TurboCX 650 Turbo

Das Urmodell der Honda CX 500 wurde von 1977 bis 1980 verkauft.  Die nächste Generation kam mit einer gründlichen Modellpflege. Insbesondere stattet Honda den Motor endlich mit einem automatischen Nockenwellenkettenspanner aus.

Motor und Antrieb der Honda CX 500

Kraftquelle der der Honda CX 500 ist ein flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-V-Motor mit 496 ccm Hubraum, Bohrung und Hub betragen 78 bzw. 52 mm. Der damals sehr innovative Antrieb wusste mit einigen Besonderheiten aufzuwarten:

  • Die Zylinder des CX 500 Motors waren quer im 80° Winkel und nicht, wie bei V-Twin üblich, hintereinander angeordnet und um 22° nach innen gedreht.
  • Konstruktionsbedingt resultiert daraus eine längs liegende Kurbelwelle.
  • Die Nockenwelle ist oberhalb der Kurbelwelle verbaut und wird von einer Duplexkette angetrieben. Die Nockenbewegungen übertragen über Stoßstangen und Kipphebel zu den vier Ventilen, die für den Ein- und Auslass in jedem Zylinder sorgten.
  • Die beiden Zylinder waren in den Motorblock integriert, was Öl-Leckagen verringerte.
  • Genial sind die zur Kurbelwelle gegenläufig drehende Kupplung und Getriebe, die somit wie eine Ausgleichswelle wirken.
  • Eine separate, elektronische CDI-Zündung je Zylinder.

Der OHV-Motor leistet in der offenen Version 50 PS bei 9.000 U/min. Bei einem Leergewicht von 217 Kg kam die Honda CX 500 somit auf ein Leistungsgewicht von 4,3 Kg pro PS. Das maximale Drehmoment von 43 Nm lag bei 7.000 Umdrehungen an. Honda bot ebenfalls eine auf 27 PS gedrosselte Variante an. Die „Turbo“ verfügte über 82 PS, die bereits bei 8.000 U/min zur Verfügung standen sowie ein höheres Drehmoment von 79 Nm bei 5.000 U/min.

Zwei Keihin Zentralschwimmer-Unterdruckvergaser mit je 35 mm Durchlass versorgten die beiden Zylinder mit Kraftstoff. Die „Turbo“ bekam allerdings eine elektronische Kraftstoff-Einspritzung spendiert. Die Motorschmierung erfolgte im Druckumlauf-Verfahren.

Die Motorleistung übertrug ein 5-Gang-Getriebe sowie ein wartungsarmer Kardanantrieb zum Hinterrad. Die Güllepumpe erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 180 km/h (Turbo: 200 km/h).

Motor als tragendes Rahmenelement

Honda nutzte den Motorblock der CX 500 als mittragendes Element in dem offenen „Diamond“-Stahlrohrrahmen. Eine Teleskopgabel mit 33 mm Standrohren („Turbo“: 37 mm) nimmt das vordere Comstar-Rad mit Doppelscheibenbremse auf. Hinten sind eine konventionelle Schwinge mit verstellbaren Federbeinen und einer Simplex Trommelbremse (CX und GL 500) bzw. Einfachscheibenbremse („E“ und „Turbo“) verbaut. Die Honda CX 500 wurde als erstes Serienmotorrad mit schlauchlosen Reifen ausgerüstet, wie Motorrad in der Ausgabe 25/1977 bereits schrieb.

Honda CX 500 Motor
Der CX 500 Motor besticht mit Durchzug und kernigem Sound (Quelle: Nippon-Classic.de)

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