Sultans of Sprint – Teil 2: Die Zweizylinder-Fraktion

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Der Countdown zum Glemseck 101 läuft. Vor einigen Tagen habe ich euch deshalb bereits drei der Sultans of Sprint Teams mit ihren Maschinen vorgestellt: Die jungen Eidgenossen vom Young Guns Speed Shop mit ihrer Moto Guzzi ‘Ferdinand The Sparrow‘, der Franzose Sèbastien Lorentz – Kopf der Lucky Cat Garage – mit seinem von Edelweiß-Tuning optimierten ‘BMW Sprintbeemer‘ sowie Sprint-Ass Thomas Thöring von Schlachtwerk, der mit seinem ‘Skinny Beast’ die letzten Sprint-Duelle für sich entschied.

Heute kann ich zwar kein japanisches Motorrad vorstellen, dafür aber einen japanischer Fahrer sowie zwei Vertreter der BMW-Fraktion, die mit echt abgefahrenen Bikes die ‚Sultans of Sprint‘ Rennen in Angriff nehmen.

 Sultans of Sprint
Poster der ‚Sultans of Sprint‘ 2016 (Quelle: Glemseck 101, Steven Flier)

Kingston Customs: BMW ‚SprintBoxer’

Dirk Oehlerking – der Mann hinter ‚Kingston Customs‘ – lebt seit 35 Jahren Motorrad und zählt heute zu den erfahrensten Piloten im Motorradrennsport und besten Mechanikern in der Custom-Szene. Wenn jemand ein Gemisch aus Motoröl und Benzin im Blut trägt, dann er! Im ländlichen Umland von Hannover lebte er bereits als Bub seine Zweirad-Passion aus und büxte für sein erstes Moto-Cross-Rennen auf einer geliehenen Yamaha von zu Hause aus. Glücklich kehrte er mit dem ersten Siegerpokal zurück. Das Rennen bestritt er in Gummistiefeln. Als Deutscher Meister 1985 und Teilnehmer der Weltmeisterschaft in Spanien sammelte er im Laufe der Jahre über 230 Pokale und Auszeichnungen im Motorsport ein.

Neben den Motorsporterfolgen baute er seine beruflichen Erfahrungen in der metallverarbeitenden Industrie und im Motorradbereich aus und ist heute Vollprofi im Motorrad-Customizing. Neben stylishen Umbauten im Rahmen des Yamaha YARD Built Programms oder der beliebten Honda CX 500 zum Café Racer gilt seine wahre Leidenschaft den robusten Zweiventilern aus Bayern, denen er seine eigene Formensprache gibt.

Als einer der Sultans of Sprint bestreitet Dirk Oehlerking die Sprintrennen mit seinem ‚BMW SprintBoxer‘. Die umgebaute BMW R100 RS im Kingston-Retro-Style wuchtet dank Turboaufladung satte 126 PS und ein bissiges Drehmoment von 112 Nm an die Hinterachse. Längst sind die BMW-Zweiventiler zu den Lieblingen der Tuning-Szene geworden und so verströmen viele gelungene Umbauten heute eine Mischung aus Klassik und Moderne.

BMW SprintBoxer
Der BMW SprintBoxer ist eine Augenweide (Quelle: Kingston Custom, Christopher Rausch)

Dirk spukte der Gedanke für eine turbo-aufgeladene BMW seit 2014 im Kopf herum. Durch Zufall entdeckte er nach intensiver Suche eine ganz seltene BMW R 100 RS mit einem Stütz-Turbo-Kit, die bereits 100 Pferde mobilisieren soll. Da ihm das für sein Projekt nicht reichte, ging es dem Motor richtig an den Kragen. Mit einem Porsche-Turbolader, leichten Schmiedekolben, optimierten Ventilen und reduzierten Massen an Schwungrad und Kurbelwelle gelang Kingston Custom das schier Unmögliche. Weiterhin trainierte er dem ‚BMW SprintBoxer‘ überflüssige Pfunde ab und erreicht nun leichtgewichtige 156 Kilogramm. Das zahlt sich bei den Sprints aus, wo jedes Pferdchen nur noch 1,2 Kilogramm beschleunigen muss.

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Dirks BMW SprintBoxer kommt dank Turbo auf 126 PS (Quelle: Nippon-Classic.de)

Switch Stand Riding: Ein Japaner auf der Ducati ‚Royal Pantah‘

Als einziger japanischer Sprint-Fahrer auf einem italienischen Motorrad stach bei den ersten beiden Sultans of Sprint Läufen Toshiyuki Kozaka von Switch Stand Rinding hervor. Toshiyuki pilotiert eine schnieke Ducati ‚Royal Pantah‘, die er in seiner Werkstatt in Kumamoto komplett umgebaut hat. Mit einem stark getunten Motor und einer gründlichen Gewichtsreduktion  stimmte er die Duc, die übrigens eine Straßenzulassung besitzt, für den Sprint-Wettbewerb ideal ab.

Sultans of Sprint
Königlicher Sprint – Japanischer Champ auf Ducati ‚Royal Pantah‘ (Quelle: nippon-classic.de)

Ducati stellte die Pantah erstmals 1977 vor. Die Maschine mit dem 90-Grad Zylinderwinkel besitzt einen mittragenden V-Motor. Besonderheit der Ducati ‚Royal Pantah‘ ist, dass sogar die Lagerung der Hinterradschwinge im Motorgehäuse erfolgt – eine Konstruktion, die Ducati bis 1944 beibehielt. Wie viel Leistung Toshiyuki aus seiner Ducati gekitzelt hat, konnte ich ihm leider (noch) nicht entlocken. Ich bleibe aber am Ball.

Toshiyuki feiert gleich nach dem Glemseck 101 seinen 43. Geburtstag. Es ist der 5. September, falls jemand gratulieren möchte.

Toshiyuki Kozaka
Toshiyuki Kozaka von Switch Stand Riding (Quelle: nippon-classic.de)

Libner Baloo Racing: BMW ‚Turbo Flat‘

Gerhard von gasgriffsalat.com interviewte beim Cafe Racer Festival im französischen Montlhéry die Jungs von Libner Baloo Racing zu ihrer Renn-Zigarre. Die ‚Turbo Flat‘ genannte BMW ist nicht nur bizarr, sondern sticht mit einem Radstand von 2,80 Meter und einem eigenwilligen Alu-Kleid klar aus dem Teilnehmerfeld der Sultans of Sprint heraus.

Sultans of Sprint
Die Libner-BMW ‚Turbo Flat‘ ist ein bizarres Geschoss (Quelle: nippon-classic.de)

Erbauer Patrice Guilleux hat die ‚Turbo Flat‘ eigentlich für Hochgeschwindigkeitsrennen auf dem Salzsee konstruiert. Mit bis zu 140 PS Leistung schafft die Libner-BMW rund 300 Sachen in der Stunde. Für den Sprint-Einsatz auf der 1/8 Meile passen die Jungs jedoch die Übersetzung an und schon sprintet die BMW ‚Turbo Flat‘ los wie der Teufel.

Alles andere zur Libner BMW gibt es in dem tollen Beitrag von gasgriffsalat zu lesen. Viel Spaß!

Sultans of Sprint
Duell der Giganten: Libner-BMW ‚Turbo Flat‘ gegen Ducati ‚Royal Pantah‘ (Quelle: nippon-classic.de)

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