Lässige Yamaha XV 750 „Nippon Brat“ von VTR Customs

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Die derzeit aufkeimende, protektionistische Abschottungspolitik von Donald Trump gleicht in Teilen der ersten Amtshandlung des ebenfalls republikanischen Präsidenten Ronald Reagan. Denn Anfang der 1980er führte er zum Schutz der heimischen Motorradindustrie hohe Zölle auf Nippon Bikes ein. In diesem ungünstigen Umfeld, immerhin waren die USA der größte Exportmarkt für die japanischen Motorradhersteller, wagte es doch Yamaha tatsächlich 1981 die XV 750 Virago mit dem bulligen V-Motor auf den Markt zu bringen. Wie unverfroren war das denn?

Die Yamaha XV 750 ist eine beliebte Umbaubasis

Obwohl sich Yamaha mit der XV 750 richtig Mühe gaben und viele technische Raffinessen verbauten, um gegen die V2-Maschinen aus Milwaukee anzukommen, war die Virago den Amerikanern zu brav. Die Einfuhrzölle machten die Maschine darüber hinaus wenig interessant.

Lange Zeit verkannt, machen der clevere Monocoque-Rahmen und der durchzugsstarke V2-Motor der Yamaha XV 750 die Maschine heute zum Liebling etlicher Custom-Schmieden. So erkannte unter anderem Plan B Motorcycles das schlummernde Potenzial dieser Yamaha und stellte mit dem XV750 „Orange Project“ eine richtig coole Fahrmaschine auf die Straße. Zudem veredelten die Italiener die Zwillingsschwester TR1 in den „Fireball“ getauften Café Racer und damit in einen echten Blickfang.

Yamaha XV 750 "Nippon Brat"
Die Yamaha XV 750 „Nippon Brat“ von VTR Customs (Foto: VTR Customs)

Klassischer Brat Style von VTR Customs

Etwas nördlicher nahmen sich die Jungs von VTR Customs ebenfalls die Virago vor und verwandelten sie in ein äußerst lässiges Brat Bike. Eigentlich auf BMW fokussiert, ist die Yamaha XV 750 „Nippon Brat“ nicht das erste Custom Bike der Schweizer auf Yamaha-Basis. Daniel, Stefano und Marcel, die sich seit langem aus dem Rennsport kennen und allesamt das Customizing in ihrer DNA tragen, veredelten bereits eine Yamaha XS 650 zum Flat Tracker.

Bei der Yamaha XV 750 „Nippon Brat“ handelt sich diesmal um ein Built im klassischen Brat Style mit einem von VTR handgemachten Alu-Heck, in dessen Wölbung das Rücklicht geschickt integriert wurde. Der komplette Heckaufbau stammt ebenfalls von VTR. Der Hilfsrahmen – von den Schweizer Bikebuildern auf ein notwendiges Minimum gestutzt – dient als Träger für das konisch zulaufende Heck und den spartanischen Sitz aus robustem Leder. Das Sitzpolster verlangt dem Fahrer zwar ordentlich Sitzfleisch ab, macht aber mit Ziernähten im Baseball-Look richtig was her.

Yamaha XV 750 "Nippon Brat"
Genial: Sitzpolster im Baseball-Look (Foto: VTR Customs)

Als Spritfass kommt weiterhin der Serien-Tank zum Einsatz, der etwas angehoben und optisch verfeinert wurde. Darunter befindet sich auch die Micro-Batterie, die bei anderen Builts typischerweise im Sitzbankträger verstaut wird.

Vor dem breiten Brat Style Lenker platzierten die Eidgenossen einen schlichten Tiny Digi Tacho. Das Zündschloss und Teile der Elektrik wanderten stilecht auf die rechte Seite. Den coolen Brat Style unterstreicht VTR Customs mit etlichen Teilen, die sie in schlichtem schwarz lackierten, wie auch die bandagierte 2-in-2 Auspuffanlage. Die Firestone De Luxe Vintage Bereifung rundet das lässige Cruising Bike perfekt ab.

Und, wer ist der glückliche Besitzer? Ein Student aus Zürich hat sich die Maschine vom Mund abgespart und zieht nun mit der Yamaha XV 750 „Nippon Brat“ die Blicke auf sich.

Yamaha XV 750 "Nippon Brat"
Die Yamaha XV 750 ist als Umbaubasis in der Custom Szene extrem beliebt (Foto: VTR Customs)

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