Honda CB 750 Four – das Jahrhundert-Motorrad

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Honda CB 750 Four – Entstehung einer Legende

Motiviert von den Erfahrungen aus den Motorsporterfolgen ab 1959 wollte Honda selbst ein hubraumstarkes Motorrad herausbringen und dieses Segment nicht länger den etablierten britischen, deutschen und italienischen Herstellern überlassen. Honda hatte längst bewiesen, dass Motoren aus Japan selbst harte Rennbedingungen mit Bravur meisterten und damit Langlebigkeit auch in einem Serienbetrieb versprachen.

Die Honda Motor Co. Ltd. startete die Entwicklung der CB 750 Four im Jahr 1966 und stellte bereits im Oktober 1968 auf der Tokio Motorshow den ersten Prototyp der Öffentlichkeit vor. Für die Entwicklung des neuen Vierzylinder-Motors nahm sich der japanische Motorradhersteller gerade einmal achtzehn Monate Zeit. Ziel war es, ein leistungsstarkes und sportliches Motorrad mit Allrounder-Qualitäten zu bauen.

Honda CB 750F
Sie gilt als „Jahrhundertmotorrad“: Honda CB 750 Four (Quelle: Nippon-Classic.de)

Da Honda mit der CB 750 Four primär den US-amerikanischen Markt anpeilte, verwundert es kaum, dass die erste Vorserienversion im Januar 1969 in Las Vegas ihr Debüt feierte. Dem europäischen Publikum in Großbritannien und Frankreich wurde dann die CB 750 Four K0 im Oktober 1969 öffentlichkeitswirksam auf namhaften Rennstrecken vorgeführt, Deutschland bekam sie als letztes europäisches Land. Aber, Ernst Leverkus (Klacks) – Redakteur bei MOTORRAD – hatte sich schon Ende März 1969 in einer „Nacht- und Nebelaktion“ die Vorserienmaschine (sie war die einzige, welche durch Europa „herumgereicht“ wurde) für eine Probefahrt „ausgeliehen“.

Obwohl die 750er in jener Zeit eine neue Klasse im Motorradbau definierte, war sie nicht das erste Big Bike. Schon 1966 schuf Friedel Münch mit seiner legendären Münch-4 TT 1100 ein bärenstarkes Bike mit vier Zylindern. Mit über einer halben Million verkauften Maschinen wird deutlich wie goldrichtig die Japaner mit der CB 750 Four lagen.

Seidenweicher Motor der CB 750 Four

Mit der CB 750 Four schuf Honda die Keimzelle aller nachfolgenden Modelle mit vier Zylindern, vier Takten, vier Vergasern und schöner Vier-in-Vier Auspuffanlage (Vier-Ventil-Technik folgte später).

  • Der luftgekühlte und quer eingebaute 4-Zylinder-Viertakt-Reihenmotor mit 15 Grad Neigung hat einen Hubraum von 736 ccm (Bohrung: 63 mm, Hub: 61 mm).
  • Der Motor leistet 67 PS bei 8.000 min-1 sowie 60 Nm Drehmoment, welches bei 7.000 min-1 anliegt.
  • Die Kraftstoffversorgung übernahmen 4 Keihin-Schiebervergaser mit jeweils 28 mm Durchlass.
  • Es gab eine obenliegende, über Kette angetriebene Nockenwelle (SOHC) und zwei Ventile pro Zylinder, die schraubengefedert über Kipphebel geöffnet werden.
  • Der Primärantrieb erfolgt über zwei parallele Einfachrollenketten.
  • Erstmals in einem Serienmotorrad verbaute Honda eine hydraulische Scheibenbremse vorn sowie einen Doppelschleifenrohrrahmen.

Kraftvoller Gesamtauftritt

Kraft und Dynamik der innovativen Technologie kombinierte Honda mit einem zeitlosen, sportlichen Design zu einem unnachahmlich packenden Gesamteindruck.
Hondas große Four hat quasi über Nacht die Leistungsgrenzen von Serienmotorrädern neu definiert. Die Maschine beschleunigte in weniger als 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h. Obwohl das Motorrad mit 218 kg nicht unbedingt den Leichtgewichten zuzurechnen ist, betrug das Leistungsgewicht erfreulich geringe 3,25 Kg pro PS.

Um einen hohen Fahrkomfort, aber vor allem auch Sicherheit bei höheren Geschwindigkeiten zu bieten, wurde dem Fahrwerk ein langer Radstand zwischen 1.455 mm (KO bis K2) und 1.495 mm (K7) spendiert. Allerdings geriet die Hinterradaufhängung schnell in Kritik.

Honda CB 750 Four K2
Ein Traum von einem Motor CB 750 F Reihenvierzylinder (Quelle: Nippon-Classic.de)

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Discussion6 Kommentare

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