Ural-Gespann wird unter Strom gesetzt

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Für Gespannfahrer, die auch im Winter unterwegs sind, ist die Ural mit ihrem urigen Boxermotor eine zuverlässige Alternative. Obwohl die Irbit MotorWorks of America, Inc., Hersteller der Ural-Gespanne, bislang stets auf den bekannten Zweizylinder-Boxer-Motor setzte, verschließt sich der russische Motorradhersteller auch dem technischen Fortschritt nicht länger und steigt in die Elektromobilität ein. Denn Ural hat die erste Version eines geplanten Gespanns mit Elektroantrieb auf der „Progressive Motorcycle Show“ vorgestellt. Binnen zwei Jahren soll der Protoytyp in eine Serienfertigung gehen.

Beim Antrieb bedient sich Ural des kalifornischen Elektromotorrad-Pioniers Zero Motorcycles und pflanzt einen von dort stammenden 60 PS (45 kW) starken Elektromotor in sein nostalgisches Ural-Gespann. Versprochen werden bis zu 165 Kilometer Reichweite. Zur Schonung der Batterie wird eine Reisegeschwindigkeit von maximal 105 km/h empfohlen. Das entspricht der Höchstgeschwindigkeit der aktuellen Version mit 750-Kubik-Zweizylinder. Tests haben ein mögliches Spitzentempo des 373 Kilogramm schweren Elektro-Gespanns von 140 km/h ergeben.

Der Prototyp wurde von einem kalifornischen Unternehmen entworfen und aufgebaut. Bei der Präsentation in Long Beach konnte das Ural-Gespann mit dem Elektroantrieb auch probegefahren werden. So wollte das Unternehmen erste Rückmeldungen erhalten, die dann in die Fortführung des Projektes einfließen. Der Hersteller aus Irbit, der vor 18 Jahren von drei in den USA lebenden russischstämmigen Unternehmern übernommen worden ist, würde mit dem Elektromotorrad gleich einige Entwicklungsschritte in seiner recht antiquierten Modellpalette überspringen.

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