Yamaha Chappy hat es faustdick hinter den Ohren

0

Hans-Peter Engel, einstiges Gründungsmitglied der Nippon-Classic IG, hat in den letzten Jahren seine Liebe zu den kleineren Gefährten entdeckt. Ganz besonders ergriff die kleine und sympathische Yamaha Chappy sein Herz. Das offiziell als Yamaha LB 50 bezeichnete Mokick ist in der Bedienung ein total unkompliziertes Minibikes und ihre Handhabung ist ein echtes Kinderspiel. Ähnlich wie bei einem Auto mit Automatik, legt man vor dem Start die gewünschte Fahrstufe ein. Ab dann heißt es nur noch Gasgeben und Bremsen. Zudem „verpackt“ der kleine City-Flitzer sein attraktives Äußeres in kompakten Außenmaßen. Und, wer sie sieht oder fährt bekommt automatisch ein Lächeln ins Gesicht.

Technisch hat es die Yamaha Chappy faustdick hinter den Ohren

Die hier gezeigte Yamaha Chappy ist Baujahr 1983 und ein Import aus Frankreich. In Frankreich besaß die Chappy nämlich eine Blinker und echte Hupe. Denn hierzulande musste das Minibike ohne Blinker und mit einer bescheidenen Klingel auskommen. Die zwei Gänge der Vollautomatik werden komfortable automatisch durchgeschaltet. Bis 1982 baute Yamaha die Chappy auch mit einem Wahlhebel an der linken Seite des Motors, wo die Gänge einzeln eingelegt werden konnten: wahlweise, also nur 1. Gang oder 1. und 2. Gang zusammen. Wählte man nur den 1. Gang, schaltete das Getriebe nicht weiter. Das war praktisch wie ein „Berggang“.

Es müssen nicht immer die „Großen“ sein, die Kleinen haben es auch faustdick hinter den Ohren mit der Technik. Denn in dem kleinen Motor stecken zwei unterschiedlich übersetzte Fliehkraft-Kupplungen und ein nachgeschaltetes Zweigang-Ziehkeilgetriebe. Die eine Fliehkraftkupplung ist für den Leerlauf und das Anfahren zuständig, eine zweite übernimmt dann das Weiterschalten in den 2. Gang bei ca. 23 km/h und umgekehrt. Da würde sich so mancher die Augen reiben, wenn er das auseinander genommen sehen würde! Eine separate Ölpumpe für die Schmierung gibt es auch. Außerdem läuft der 2-Takter sehr leise. Schon bei fünf Meter Abstand muss man schon genau hinhören! Der 49 ccm kleine Zweitakter leistet 3,5 PS bei 5.000 U/min und kommt mit der 71 Kilogramm leichten Chappy gut zurecht.

Yamaha Chappy
Mit Automatik war die Chappy kinderleicht zu bedienen (Quelle: H.P. Engel)

60% Preissteigerung in achtjähriger Bauzeit

In Deutschland gab es die Chappy von 1976 bis 1984. In dieser Zeit stieg der Preis von 1.482 DM um über 60% auf 2.385 DM. Rund 900 DM waren ganz schön happig.

Die rote Dose mit Halter ist nicht original, die hat Hans-Peter selbst angefertigt – für alle Fälle. Damit wurde seine Yamaha Chappy „langstreckentauglich“ und schaffte gut 150 Kilometer Distanz. Eigentlich als Stadtflitzer konzipiert, fährt er mit dem Minibike auch schon mal zu weiter entfernten Treffen. Sorgen wegen des Tankens machte er sich dabei kein, denn er hatte immer ein Liter Reserve mit an Bord. Bis zur nächsten Tanke reichte das immer.

Die Beinschilder sind übrigens original von Yamaha für Deutschland und aus Metall. Da die Chappy schon rar, ist kann sich jeder gut vorstellen wie lange er nach den Dingern gesucht hat. Für andere Ländermärkte baute Yamaha die Beinschilder nämlich nur aus Plastik, so ähnlich wie bei der Honda Cub. Die Kunststoff-Beinschilder waren zwar etwas eleganter, aber der deutsche TÜV erteilte den Teilen nicht problemlos seinen Segen.

Yamaha Chappy
Damalige Werbung: In den USA war die Chappy fast geschenkt (Quelle: H.P. Engel)

 

Text: (Hans Peter Engel, Jens Schultze)

Leave A Reply