Soichiro Hondas Aufstieg zum weltgrößten Motorradhersteller

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The Power of Dreams

Soichiro Hondas kometenhafter Aufstieg vom Kolbenring-Produzenten hin zum weltweit führenden Motorradhersteller ist eine der am meisten inspirierenden Geschichten des vergangenen Jahrhunderts. In der Nachkriegszeit begann das junge Unternehmen kleine Hilfsmotoren in Fahrräder zu montieren und schuf wenige Jahre später maßgebende und leistungsstarke Motorräder wie die überragende Honda CB 750 Four. Einzigartig wie erfolgversprechend waren Soichiro Hondas Begeisterung für harte Arbeit, sein großartiges technisches Verständnis und die vielen daraus geborenen Produktideen. Honda schuf immer wieder neue Marktsegmente und stellte über Jahrzehnte einen Verkaufsrekord nach dem anderen auf. Der Slogan „The Power of Dreams“ unterstreicht wie aus der Idee und dem Durchhaltewillen eines einzigartigen Visionärs innerhalb weniger Jahrzehnten einer der größten Industriekonzerne weltweit werden konnten. Doch alles fing irgendwann einmal ganz klein an.

1922 bis 1928: Soichiro Honda – ein Teenager im Auto- und Rennsportfieber

Der Gründer und geistige Vater der Honda Motor Co. Ltd., Soichiro Honda, wurde am 17. November 1906 als ältester Sohn eines Schmieds und Weberin in Komyo, in Zentral-Japan, geboren. In bescheidenen Verhältnissen aufwachsend, brachte der frühe Tod von fünf Geschwistern großes Leid über die Familie. Von Beginn an achteten seine Eltern auf eine grundlegende Disziplin, die Soichiros Hang zu Pünktlichkeit und Einhaltung von Terminen nachhaltig prägte. Und von seinem Vater, Gihei Honda, erbte er die angeborene Geschicklichkeit und Neugier zu Maschinen. Neben der Schmiede eröffnete Gihei Honda einige Jahre später eine Fahrradwerkstatt, in der Soichiro als Junge oft und gerne aushalf.

1922 weckte schließlich eine Werbeanzeige der in Tokio ansässigen Autowerkstatt „Art Shokai“ das Interesse des 15-Jährigen und veranlasste ihn im April desselben Jahres dort eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker zu beginnen. „Art Shokai“ galt als Top-Adresse für die „Herstellung und Reparatur von Automobilen, Motorräder und Benzinmotoren“. Da sich „Art Shokai“ um alle möglichen Fahrzeugtypen kümmerte, machte dies die Werkstatt zu einem idealen Ort für den jungen Honda, der eifrig die Technik der verschiedenen Autos studierte und sein Wissen und handwerklichen Fertigkeiten Tag für Tag erweiterte. Dass er neben Unterkunft und Verpflegung nur etwas Taschengeld erhielt, störte ihn wenig.

Die Eigentümer von „Art Shokai“, die beiden Brüder Ikuzo und Shin`ichi Sakakibara, besaßen eine ausgesprochene Leidenschaft für den Motorsport. Und das Rennsport-Virus sprang sehr schnell auf den Lehrling über. Soichiro Honda arbeitete als 17-Jähriger gemeinsam mit den Brüdern an dem Aufbau eines Rennwagens, den sie mit nichts geringerem als einem wassergekühlten 8,2 Liter großen Curtiss-V8-Flugzeugmotor ausstatten wollten. Das Chassis entliehen sie sich von einem amerikanischen Mitchell. Die Kombination war so gut, dass der „Curtiss“-Flitzer die fünfte japanische Automobilmeisterschaft am 23. November 1924 auf Anhieb gewann. Noch heute kann der Wagen – einsatzbereit – in der Honda Collection Hall bewundert werden.
Mit dieser Erfahrung ließ ihn die Leidenschaft für den Motorsport zeitlebens nicht mehr los. Und seine bei Sakakibara gesammelten Erfahrungen übten einen enormen Einfluss auf sein späteres Leben aus. Denn Ikuzo Sakakibara war der ideale Lehrer, sowohl als Ingenieur und als Geschäftsmann.

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