10. Oldtimertreffen des AMSC Leonberg

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Die Sonne gepachtet

Alljährlich lädt der AMSC Leonberg zum markenübergreifenden Oldtimertreffen am historischen Start- und Zielturm der ehemaligen Solitude-Rennstrecke bei Leonberg ein.
Bei strahlendem Sonnenschein trafen sich am 19. Oktober 2013 alle Klassik-Liebhaber und Fahrer der aufpolierten Chromjuwelen auf dem Verkehrsübungsplatz neben dem Solitude-Turm. Die Veranstaltung ist fester Bestandteil des Touren- und Gespannfahrertreffens, welches die Organisatoren des AMSC regelmäßig am dritten Oktoberwochenende auf die Beine stellen.
Nicht nur schöne, sondern auch sehr seltene Oldtimer-Motorräder gab es wieder zu bestaunen. Neben aktuellen und historischen Gespannen zogen historische Straßenmotorräder und Retro-Bikes die Leute in ihren Bann. Zwei Motorräder standen dieses Mal dabei besonders im Mittelpunkt:

  • die Yamaha SR 500 sowie die
  • EMW R35

Seltene Glanzstücke auf zwei Rändern

Mir persönlich hatten es zwei wunderschöne Oldtimer angetan, eine Moto Guzzi Falcone und eine Ducati 900SS. Aber auch eine blau-schwarze Terrot von 1931zog viele Schaulustige an. Außerdem gab es eine Motobecane Mobisport 56, eine Herkules Wankel 2000 und verschiedene NSU-Motorräder aus mehreren Epochen zu bestaunen. Aber das war noch nicht alles, was der AMSC zu an diesem Wochenende zu bieten hatte. Ein Besuch ist die Veranstaltung in jedem Fall wert.

Moto Guzzi Falcone 500

Moto Guzzi, eigentlich bekannt für kraftvolle V-Motoren, war vor dem zweiten Weltkrieg mit Einzylinder-Maschinen erfolgreich. Fünf Jahre nach Kriegsende erneuerte der italienische Hersteller seine Single-Tradition und brachte die Falcone 500 auf den Markt. Leider war die Maschine recht teuer, weshalb vor allem italienische Polizei-Behörden auf die 23 PS starke Falcone setzten. Das macht die Guzzi heute zu einem seltenen Motorrad-Oldtimer, da sie sich nie in Masse durchsetzen konnte. Die Maschine trumpfte aber auch mit einigen technischen Leckereien auf wie beispielsweise mit einer Upside-Down-Gabel. Auffällig waren der liegende, stark gerippte Zylinder und das große Schwungrad zur linken Seite. Ob die Carabinieri mit der Falcone erfolgreich Verbrecher jagten, bleibt unbeantwortet. Denn für die mageren 23 PS war die Moto Guzzi einfach viel zu schwer.

Ducati Desmo 900SS

Basis der schön restaurierten Maschine mit der schicken Halbschale ist eine Ducati 860 S mit einem Hubraum von 864 ccm. Von ihr hat die 900SS auch das eckige Kurbelgehäuse geerbt. Krönung der technischen Schöpfung bilden die beiden Desmodromik -Zylinderköpfe mit dem sichtbaren Königswellenantrieb für die Nockenwellen und die offen Ansaugtrichter der zwei Dell’Orto-Vergaser, die ohne Luftfilter auskamen. Entsprechend laut und auffällig verhält sich die Duc auch. Die Ducati leistete bei rund 7.000 Touren beachtliche 80 PS und lag dank guter Fahrwerksgeometrie hervorragend auf der Straße.

Die Desmo ist nicht nur ein optisches Schmuckstück, sondern zeigt auch gerne auf dem Asphalt was sie kann und stellte beim Glemseck101 Sprintwettbewerb 2014 ihre Beschleunigungsqualitäten unter Beweis.

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