Zu Besuch bei Dauphin Speed Event

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Ich schaute mir am 22. März 2014 die tolle Privatsammlung der Familie Dauphin im fränkischen Hersbruck an. Im Gespräch mit Wolf-Reiner Köhler, der interessierte Besucher durch die Hallen von Dauphin Speed Event führt, habe ich mehr über die bemerkenswerte Sammlung seltener und teurer Oldtimer auf zwei und vier Rädern erfahren.

Nippon-Classic.de: Wann ist die Dauphin Speed Event entstanden und welches war das erste Fahrzeug?

W.-R. Köhler: Entstanden ist die Sammlung ab 1982 und das erste Fahrzeug war ein Mercedes Benz 280 SE Cabriolet. Damit ging die ganze Sache los.

Nippon-Classic.de: Wie groß ist die Sammlung heute?

W.-R. Köhler:

Hier stehen 160 Autos und rund 250 Motorräder. Normalerweise müssten dort 200 Autos stehen, aber dazu müssten wir die Halle aufblasen. Der Chef persönlich hat Beziehungen auf der ganzen Welt. Die Firma hat weltweit Niederlassungen und die Niederlassungsleiter sind auch alle angespitzt. Es kann durch aus sein, dass morgen früh der Leiter aus Hongkong anruft und sagt „hier steht ein Ferrari und der ist gar nicht so teuer“. Dann ist Herr Dauphin drei Tage später in Hongkong und schaut sich dieses Auto an. In Sachen Oldtimern ist die Familie im positiven Sinne „verrückt“. Übrigens ist der Name Dauphin hugenottisch, es handelt sich um eine Ur-fränkische Familie.

Nippon-Classic.de: Welches sind die wertvollsten und günstigsten Stücke in der Dauphin Speed Event Sammlung?

W.-R. Köhler:

Das ist immer schwer zu sagen, aber zu den wertvollsten Autos gehören aus meiner Sicht der Bugatti Atlantik. 2013 war Ralph Lauren mit so einem Fahrzeug am Genfer See bei der Concour D’Elegance und hat sein Auto dort vorgestellt. Aber die Geschichte erzähle ich eigentlich immer gerne im Rahmen der Führung. Ich habe ihn zufällig im Fernsehen gesehen und er wurde dort gefragt wie viel das Auto wert sein. Seine Antwort: ‚Gehen Sie mal nicht zu nah heran. Das Auto ist 38 Mio. Euro wert.‘ Wobei ich nicht weiß, wie er auf 38 Mio. Euro kommt. Denn seit 20 Jahren ist keiner mehr auf dem Markt. Vielleicht hat er ja einen Freund, der im so viel geboten hat, wenn er ihn verkaufen würde.

Von dem Ferrari 250 GT California Spider gerade ein Schwesterfahrzeug für 9,6 Mio. Euro verkauft worden. Von diesem Modell wurden jemals nur 27 Stück gebaut.

Aber wir haben hier bei Dauphin Speed Event auch einige Fahrzeuge, die durchaus erschwinglich waren und es heute noch sind. Hier möchte ich die Isseta erwähnen, die heute einen ungefähren Wert von 25 Tausend Euro hat. Von der Isetta haben wir zwei Fahrzeuge in der Sammlung stehen. Der Fiat Topolino, ist, wenn er gut gemacht ist, in einer ähnlichen Größenordnung anzusiedeln ist. Aber auch ein BMW 700 oder Steyr Puch bewegen sich in dieser Region.

Nippon-Classic.de: Und wenn wir jetzt zu den Motorrädern wechseln?

W.-R. Köhler:

Im Motorradsegment finden sich einige richtig teure Maschinen, so z.B. die MV Agusta Rennmaschine. Wenn so ein Motorrad versteigert wird, wird nicht lange gefeilscht. Die Münch liegt um die 100 Tausend Euro. Dafür bekommt man teilweise schon eine Eigentumswohnung. Bei Dauphin Speed Event stehen vier der seltenen Münch-Mammut Maschinen.

„Jetzt bringen die gutes Geld, hunderttausend ohne schachern zu müssen.“

Die „Brot-und-Butter“ Motorräder bewegen sich heute in der Größenordnung von mindestens 8 bis 10 Tausend Euro. Für eine Horex im Top-Zustand bekommt man heute 10 Tausend Euro. Aber damals wusste man das noch nicht.

Mein Vater selbst hatte ein Zündapp-Gespann KS 500 seinerzeit für 50 D-Mark verkauft. Heute könnte ich mich total ärgern: Als Jugendliche haben wir Mopeds und Motorräder einfach so geschenkt bekommen. Wir sind dann mit den in den Wald gefahren bis der Tank leer war und dann haben wir sie zerklopft. Ich besaß zu den besten Zeiten 60 Motorräder. „Immer nach dem Motto, man muss nicht verrückt sein, aber helfen tut es schon.“ Ich hatte den Platz und habe die Maschinen mit einem Freund zusammen gesammelt. Irgendwann haben wir allerdings gemerkt, wir haben nur zweimal einen Arsch und können nur zweimal auf einem Motorrad sitzen. 57 Maschinen stehen da und stehen. Nach zwei Jahren willst Du damit fahren und dann gehen sie nicht mehr und dann fängt das Bauen wieder an. Jetzt verkaufen wir, jetzt ist Schluss.

 

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