Yamaha RD-Tuning – Fragen und Antworten

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Mit „Tuninganleitung für die Yamaha RD LC“ hat Heiner Jakob ein umfassendes Kompendium für leistungssteigernde und verbessernde Maßnahmen von Motor bis zum Fahrwerk der RD erstellt. Hin und wieder erreichen uns Fragen zum Yamaha RD-Tuning, die wir euch nicht vorenthalten wollen.

Wie stark konisch die RD Zylinder am besten geschliffen werden?

Die Konizität hat Yamaha bei der 400er werksseitig vorgenommen, seltsamerweise in den Kundendienstunterlagen aber nie dokumentiert. Bei den 400er Zylindern ging das Kolbenspiel unten werksseitig gegen Null. Man musste beim Zusammenbau schon etwas Kraft aufwenden, um die Kolben in die Zylinder einzustecken. Ich würde unten eineinhalb Hundertstel Spiel geben, oben fünfeinhalb. Diese Werte beziehen sich auf die wassergekühlten RD´s. Für die frühen LC´s (1980) hatte Yamaha im Werkstattbuch ein viel zu großes Kolbenspiel angegeben. Das wurde in der zweiten Auflage revidiert. Diese Spiele habe ich sowohl bei den Originalkolben, den Kolben von Yambits als auch anderen Zubehörkolben angewendet. Die Kolben für die luftgekühlten Motoren werden sehr viel enger eingepasst. Hier liegen wir bei dreieinhalb Hundertstel (für die Yamaha RD 350 und RD 400).

Das Problem bei allen RD-Motoren ohne Steg im Einlass (YPVS / Banshee) ist das Einkippen des Kolbens in den Einlasskanal bei übermäßigem Kolbenspiel. Die AC-Motoren klappern dann wie Dreschmaschinen, speziell die 400er, und bei den wassergekühlten hört man es nur nicht.

Was kann man gegen das Fahrwerksflattern bei der RD 350 unternehmen?

Fahrwerksunruhen kenne ich nur von den YPSEN. Wenn sonst alles  stimmt, laufen die luftgekühlten und die wassergekühlten RD´s wie von der Schnur gezogen. Tritt Lenkerpendeln auf, sollte zunächst die Ursache bei der Kette gesucht werden. Die Kette längt sich nicht völlig gleichmäßig. Oft ist am Schloss (oder am Niet) sehr viel Luft vorhanden, während die Kette ansonsten noch in Ordnung ist. Das führt zu rhythmischen Laststörungen an der Hinterhand und kann in langezogenen Kurven lebensgefährlich werden.

Auch der Bremse sollte man Beachtung schenken. Die Beläge dürfen in keiner Stellung schleifen.

Ist die Gabel selbst in Ordnung, d.h. Ölstand, Viskosität, Alter der Ölfüllung, Spiel in den Führungen, scheidet die Gabel als Ursache aus. Die Gründe liegen woanders, möglicherweise an der Schwingenlagerung, Radunwucht, Felgenschlag, Radlager. Es muss eben alles stimmen. Mit den alten Metzeler Reifen liefen die RD´s gerne Fahrbahnfugen nach. Beim BT45 gab es das nicht.

Lenkerfeste Verkleidungen führen gerne zu massiven Fahrwerksunruhen und sind generell fragwürdig.

Flatternde Klamotten sind ebenfalls ganz schlecht für den flotten Geradeauslauf. Mit einem Lenkungsdämpfer („Flatterbremse“) bekämpft man Symptome, nicht Ursachen. Liegt ein Motorrad unruhig auf der Straße, muss man die Ursache(n) ermitteln. Ein ordentliches Fahrwerk braucht keine Flatterbremse. Alle RD´s vor den YPSEN lagen gut auf der Straße.

 

Copyright Heiner Jakob

Yamaha RD

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