Buchtipp – Die Geschichte über 114 Jahre Betamotor

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Betamotor blickt inzwischen auf eine 114-jährige Unternehmensgeschichte zurück. 1905 gegründet,  begann Beta mit der Herstellung von Fahrrädern und Zubehör durch Giuseppe Bianchi. Der gleichnamige Enkel ist heute Präsident von Beta und schrieb auch das Vorwort zu dem 240-seitigen Buch „Beta – Over a century of technology and sport“ von Massimo Fiorentino.

Der Markenname selbst entstand im Jahr 1945 und ging aus den Initialen von Bianchi Enzo (Sohn von Giuseppe) und Tosi Arrigo (sein Schwiegersohn) hervor. Sie entschlossen sich dazu, Verbrennungsmotoren an den selbst produzierten Fahrrädern anzubringen. Nach dem ersten Leichtmotorrad mit 50-Kubik-Duacti-Motor kamen zu Beginn der 1950er Jahre 125er von Beta auf den Markt, darunter auch ein Modell mit einem Motor von Ilo aus Pinneberg. Im darauf folgenden Jahrzehnt begann Beta mit dem Bau von Motocross-Rädern und legte so den Grundstein für das Überleben der Firma. Nachdem verstärkt japanische Modelle auf den Markt drängten, wandte sich Beta verstärkt dem Trial-Segment zu und gelangte hier zu Weltruhm.

Beta von 1977 beim Classic Enduro Niederroßla
Beta von 1977 beim Classic Enduro Niederroßla 2018 (Foto: Nippon-Classic.de)

Daneben gab es aber auch 50-Kubik-Roller, jede Menge Mopeds und Lasten-Dreiräder. Mit KTM und Suzuki als Motorenpartner gelang der Firma der Sprung in das neue Jahrtausend. Wenig bekannt sein dürfte, dass die Motoren für die Minicrosser aus Mattighofen zum Teil von den Italienern stammen. Mit der Alp bietet Beta nach wie vor als einer der wenigen Hersteller weltweit eine kleine straßentaugliche Wanderenduro an.

Die einzelnen Kapitel des 240-Seiten-Wälzers umfassen mit Ausnahme der ersten viereinhalb Dekaden jeweils ein Jahrzehnt. Jedem einzelnen Jahr ist jeweils ein Absatz gewidmet. Von (fast) jedem Modell gibt es dank Zugriff auf das Firmenarchiv ein Bild samt technischer Eckdaten, wobei erstaunlicherweise die Leistungsangaben fehlen. Technikfreaks dürfen sich über 60 Seiten originale CAD-Grafiken sowie Explosions- und Röntgenzeichnungen freuen. Den 26 Weltmeistertiteln ist ein eigenes Kapitel gewidmet, den letzten gab es gerade erst im vergangenen Jahr.

Beta hat sich dank rechtzeitiger Spezialisierung bis heute erfolgreich behauptet. So hat sich in den vergangenen drei Jahren die Zahl der Mitarbeiter auf 170 Beschäftigte sogar nahezu verdoppelt. Im vergangenen Jahr setzte Beta insgesamt 22 000 Motorräder ab, davon 3200 in Deutschland und etwa 800 Einheiten in Österreich. Und die beiden Mini-Elektro-Crosser zeigen, dass es auch in Zukunft in Florenz mit neuen Ideen und Modellen weitergehen wird.

Das zweisprachige Buch (italienisch/englisch) ist allein schon durch seine Unzahl von Bildern auch für jene Markenfans ein Muss, die des Englischen nicht unbedingt mächtig sind. Das Buch „Beta – Over a century of technology and sport“ von Massimo Fiorentino ist im Verlag Giorgio Nada Editore erschienen, kostet rund 57 Euro und ist bei den Beta-Händlern erhältlich.

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