Yamaha XT 250 – wendige Allround-Enduro

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Kaum ein Rivale kann den Traum von grenzenloser Freiheit den Yamaha-XT-Modellen streitig machen. „XT“ – zwei Buchstaben sind längst zum Mythos und Inbegriff einer ganzen Enduro-Generation geworden. Die Yamaha XT 250 (Typenschlüssel 3Y3) schaffte es dennoch nie so recht aus dem Schatten der großen 500er herauszutreten, obwohl sie in Deutschland von 1979 bis 1990 angeboten wurde. Zu Unrecht, wie wir finden, denn die kleine XT ist eine klassische, leichte und durchaus geländegängige Enduro. Und nicht nur Einsteiger dürften an ihr Gefallen finden.

Unterschiede zwischen Yamaha XT 250 und XT 500

Im direkten Vergleich zum 500er Muttermodel besaß die XT 250 bereits einige, technische Vorteile:

  • Eine Dekompressionsautomatik erleichterte das Ankicken der Maschine.
  • Eine elektronische CDI-Zündung machte sie wartungsfreundlicher.
  • Dem Motor spendierten die Konstrukteure eine vibrationsdämpfende Ausgleichswelle.
  • Mit der Cantilever-Federung läutete Yamaha bereits die 1980er Jahre ein.

Das geringe Gewicht – vollgetankt nur 124 Kilogramm – und die relativ hohe Bodenfreiheit machen sie zum perfekten Motorrad beim Endurowandern.

Die Yamaha XT 250 stand stets im Schatten ihrer großen Schwester
Die Yamaha XT 250 stand stets im Schatten ihrer großen Schwester (Foto: Holger)

Problemlose Enduro abseits der Straße

Im Gegensatz zur direkten Konkurrenz überzeugte die Yamaha XT 250 sogar mit einer Motorleistung von 22 PS (offene Version). Während hierzulande sich die Honda XL 250 S und Kawasaki KL 250 mit 17 PS begnügten mussten. Mit Verbrauchswerten von 4,8 Liter auf 100 Kilometer waren auch längere Ausflüge mit der Yamaha XT 250 durchaus möglich.

Robuster und drehfreudiger Yamaha XT 250 Motor
Robuster und drehfreudiger Yamaha XT 250 Motor (Foto: Holger)

Der Leistungsvorsprung der 22-PS Yamaha macht sich deutlich bemerkbar. Der extreme Kurzhuber dreht flott aus Standgas-Drehzahlen hoch, legt ab 5.000 U/min vehement zu und gerät auch leicht in den roten Drehzahlbereich ab 8.500 U/min.“ schrieb Hans-Peter Leicht in seinen Bericht für MOTORRAD.

Vor 40 Jahren testeten Redakteure des bekanntesten Zweirad-Magazins die damals meistgefahrenen Enduros in den spanischen Pyrenäen auf Herz und Nieren. Mit dabei war die Yamaha XT 250, die als „wendige und komfortable Allround-Maschine mit besonders spurstabilem Cantilever-Fahrwerk und drehfreudigen, robusten Motor“ für Eindruck sorgte. Auch in schwierigen Trial-Passagen und aus Split und losem Sand lies sich die XT 250 nicht aus der Ruhe bringen.

Die Yamaha XT 250 besaß hinten eine Cantilever-Federung
Die Yamaha XT 250 besaß hinten eine Cantilever-Federung (Foto: Holger)

Besonders gelobt wurden der Geradeauslauf und die Handlichkeit der Maschine, hier machte sich das Fahrwerk positiv bemerkbar. Der drehfreudige Motor, Komfort und bruchsichere Blinker gehören auch auf die Haben-Seite. Nur die Dekompressionsanlage gab unter den Härtebedingungen vorzeitig den Geist auf. Zudem ist der Kickstarter-Hebel nicht optimal geformt, so dass man mit der Oberseite des Fußes schmerzhaft gegen die Fußraste knallt, wenn man nicht aufpasst.

Rippen an der Telegabel. Die Halbnaben-Bremsen stoßen schnell an ihre Grenzen
Rippen an der Telegabel. Die Halbnaben-Bremsen stoßen schnell an ihre Grenzen (Foto: Holger)

Beliebte Restaurationsbasis

Als Restaurationsobjekt wird die Yamaha XT 250 seit Jahren immer beliebter. Gründe sind unter anderem der oft günstige Einstiegspreis für eine Projektbasis. Denn die XT 500 ist inzwischen recht teuer geworden.

Die XT 250 ist auch als Restaurationsobjekt interessant
Die XT 250 ist auch als Restaurationsobjekt interessant (Foto: Holger)

Rund fünf Monate Zeit sowie Restaurationskosten von ca. 2000 Euro verhelfen einer der seltenen Yamaha XT 250 zu einem neuen Leben, wie die hier gezeigte Maschine eindrucksvoll belegt. Teilespezialist KEDO aus Hamburg führt unzählige Ersatz- und Verschleißteile für die verschiedenen XT-Modelle.

  • Bremsen überholt
  • Frisches Motoröl und Öl- und Luftfilter erneuert
  • Reifen und Räder wurden in einer Fachwerkstatt mit V2A-Speichen neu eingespeicht
  • Hinterradschwinge mit Kunststoff beschichtet
  • Schwingenlager hinten erneuert
  • Elektrik auf 12 Volt-Anlage von KEDO umgerüstet, neuer H1 Reflektor, alle Blinker neu
  • Schutzbleche vorn und hinten neu, Seitendeckel rechts und links neu, Faltenbälge neu,
  • Tank und Seitenteile wurden im Original-Design lackiert (Fachwerkstatt),
  • Kupplung und Kupplungszug neu,
  • Brems und Kupplungshebel neu,
  • Sitzbank neu gepolstert und bezogen,
  • Motor und Auspuff neu lackiert
  • Motor bekam neue Kolbenringe und die Ventile wurden neu eingeschliffen

Klassische Rundinstrumente, die noch heute gefallen
Klassische Rundinstrumente, die noch heute gefallen (Foto: Holger)

Wer mag, kann die hier gezeigte Maschine kaufen: hier geht’s zum Inserat.

Technische Daten der Yamaha XT 250

Motor: 

  • Typ: Luftgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor mit 2 Ventilen
  • Hubraum: 249 ccm
  • Bohrung x Hub:  75 mm x 56,5 mm
  • Leistung: 22 PS bei 8.600 U/min
  • Max. Drehmoment: 20 Nm bei 7.600 U/min
  • Vergaser: Mikuni mit 28 mm Durchlass und Beschleunikgerpumpe
  • Kraftübertragung: 5-Gang-Getriebe, Kette

Fahrwerk:

  • Geschlossener Einrohrrahmen
  • Vorne: Teleskopgabel mit 205 mm Federweg
  • Hinten: Schwinge mit Cantilever-Federung und 178 mm Federweg
  • Reifen vorn: 3,00 x 21 hinten: 4,60 x 18
  • Bremsen vorn: Halbnaben-Trommelbremse, hinten Trommelbremse

Maße und Gewichte:

  • Länge: 2.270 mm
  • Radstand: 1.385 mm
  • Sitzhöhe: 840 mm
  • Gewicht fahrfertig: 124 kg
  • Tankinhalt: 8 Liter
  • Höchstgeschwindigkeit: 116 km/h
  • Normverbrauch: 4,8 l/100 km

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