Mike Hailwood – Ruhm einer Motorradlegende

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“Mike The Bike” Hailwood

Mike Hailwood ist einer der größten Rennfahrer der Geschichte des Motorradrennsports und heute eine Legende. Der am 2. April 1940 als Stanley Michael Bailey geborene „Mike“ Hailwood war nicht nur Motorradrennfahrer sondern holte sich auch in der Formel 1 seine Lorbeeren.

In seiner aktiven Karriere von 1963 bis 1974 konnte er insgesamt neun Weltmeisterschaften für sich verbuchen, den ersten bereits im Alter von 21 Jahren. Er siegte bei 76 Grand-Prix-Rennen und gewann 14-mal auf der anspruchsvollen Rennstrecke auf der Isle of Man. Sein natürlicher Fahrstil war einzigartig, er verschmolz bei Motorradrennen regelrecht mit seiner Maschine und wurde dadurch schnell als „Mike The Bike“ bekannt.

Hailwood verstarb tragisch und unverschuldet bei einem Autounfall am 23. März 1981 in Birmingham, England.

Wie der Vater so der Sohn

Mike Hailwoods Vater fuhr vor dem 2. Weltkrieg selbst Motorradrennen und brachte es nach dem Krieg als Motorradhändler in Oxfordshire zu einem gewissen Wohlstand. Vom Vater inspiriert, lernte „Mike“ schon als kleiner Junge auf einem großen Feld in der Nähe seines Elternhauses das Motorradfahren auf einer kleinen Maschine. Die spätere College-Ausbildung war nicht sein Ding, weshalb er kurzzeitig im väterlichen Betrieb arbeitete, bevor dieser ihn zu Triumph schickte.

Sein Vater unterstützte weiterhin ihn bei der Teilnahme an diversen Motorradrennen auf englischen Rennmaschinen oder käuflichen Production Racern aus Italien, Deutschland und Japan. Fast 17-jährig, absolvierte Mike Hailwood sein erstes Motorradrennen am 22. April 1957 in Oulton Park und belegte hier den 11. Platz.

Hailwoods holte auf Honda und MV Agusta acht WM-Titel

Vier Jahre nach Hondas Debüt bei der Tourist Trophy, sicherte sich das Honda-Team 1959 dort mit mehreren RC 142 Werksrennmaschinen den Markenpokal mit drei Platzierungen. Die ganze Welt schaute plötzlich erstaunt auf den Emporkömmling, auf den auch der junge Heißsporn aufmerksam wurde. Und so fuhr Hailwood zwei Jahre später für Honda und gewann auf Anhieb die Tourist Trophy in der 125 ccm Klasse auf einer 23 PS starken Honda RC 143.

Honda dominierte 1961 die Veranstaltung und mischte unter den ersten fünf Plätzen in der 125ccm und 250ccm Klasse erfolgreich mit. Noch im selben Jahr holte sich Mike Hailwood auch in der 250er Klasse den Weltmeistertitel auf einer Honda RC 161 mit 38 PS. Inzwischen hatte Honda reichlich Erfahrungen im Bau hochdrehender Viertaktmotoren gesammelt und perfektionierte seine Motorbaukunst in diesen Hubraumklassen.

1962 unterzeichnete Mike Hailwood jedoch bei MV Agusta und gewann von 1962 bis 1965 viermal hintereinander die Motorrad-Weltmeisterschaft in der 500 ccm Klasse. Nach seinem gigantischen Erfolg mit MV Agusta, ging Hailwood 1966 zurück zu Honda und holte sich noch im selben und dem darauffolgenden Jahr vier weitere WM-Titel in den Klassen mit 250 und 350 ccm.

Mike Hailwood auf der Honda RC 173
Mike Hailwood auf der Honda RC 173 im Jahr 1966 (Quelle: Honda Motor Co.)

1967 endete allerdings die Liaison zwischen Honda und Hailwood. Denn der japanische Hersteller zog sich nach 18 Siegen bei der Tourist Trophy und insgesamt 17 Weltmeistertiteln als Konstrukteur aus dem Rennsport zurück. Um Hailwood aber als Fahrer zu halten, zahlte das Unternehmen im darauffolgenden 50.000 Pfund (entspricht heute ca. 1,5 Mio. Euro) an Mike Hailwood, damit dieser nicht bei einem anderen Hersteller unterschreibt. Hondas Abschied aus dem Rennsport war also nicht in Stein gemeißelt.
Im Alter von 38 Jahren – nach einer elfjährigen Pause – wollte es Mike Hailwood noch einmal wissen und gewann bei seinem Comeback auf der Isle of Man 1978 erneut die Tourist Trophy – aber nicht auf einer Honda. Das Siegermotorrad war eine Ducati 900 NCR.

Auch in der Formel 1 erfolgreich

Neben seinem Engagement im Motorradrennsport fuhr Mike Hailwood auch Formel-1 Rennen und holte sich von 1963 bis 1965 sowie 1971 bis 1974 insgesamt 29 WM-Punkte. Zweimal stand er in dieser Zeit auch auf dem Podest. Er beendete seine Formel 1 Karriere jedoch nach einem schweren Unfall beim Großen Preis von Deutschland im Jahr 1974.

Ein Besuch des vertuellen Museums über „Mike the Bike“

Pauline und ihr Sohn David Hailwood widmen sich dem Erbe des großartigen Motorrad-Champions auf  ihrer Website „Mike-the-Bike“.

 

 

 

 

Fotos:
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/nl/deed.en  (Jan Arkesteijn),
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0  (Khruner),
http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en
http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/  (Rocknrollmancer)

 

 

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