Toni Mang – unsere Rennsport-Legende

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Ein Star wird geboren

Anton „Toni“ Mang wurde am 29. September 1949 im beschaulichen Inning im Landkreis Starnberg geboren. Schon im zarten Alter von elf Jahren kam er mit dem Thema Motorrad in Kontakt und konnte eine DKW RT 125 sein Eigen nennen. Bei seinen ersten Fahrversuchen ahnte noch niemand, dass aus dem begeisterten Skibobfahrer und späteren –meister einmal eine Motorradlegende werden würde. Trotz Erfolge im Schnee gingen ihm Motorräder nicht mehr aus dem Kopf.

1967 nahm der damals 18-jährige Werkzeugmacher heimlich an seinem ersten Motorrad-Straßenrennen teil. Die finanzielle Verhältnisse erlaubten jedoch nicht einfach den Kauf eines fertigen „Production Racers“, wie es Mike Hailwood vergönnt gewesen war. Der findige Tüftler baute sich daher auf Basis einer Kreidler seine eigene Rennmaschine in der „Schnapsglas“-Klasse. Ein technischer Defekt versagte ihm jedoch einen frühen Erfolg. Sein fahrerisches Talent hatte er aber unter Beweis gestellt, denn ihn beseelte schon als Jugendlicher stets der Wunsch „besser zu sein als die anderen“, wie er verriert.

Der Beginn seiner Rennsport-Karriere

Drei Jahren nach seinem Motorsport-Debüt heuerten Toni Mang und sein Schulfreund Sepp Schlögl als Rennmechaniker bei Dieter Braun an, der damals bereits auf mehrere Meistertitel in der 125 ccm Klasse zurückblicken konnte und noch heute aktiv an Klassik-Rennen teilnimmt. Schlögl und Mang verhalfen Dieter Braun 1973 zum dessen zweiten Motorrad-Weltmeister-Titel, in dem sie Maschinen von Suzuki, Maico und Yamaha optimal auf ihn abstimmten.

Nebenbei entwickelte die beiden Mechaniker gemeinsam mit Alfons Zender ein eigenes Rennsportmotorrad auf Maico-Basis – die „SMZ 250“. Die Maschine war eine faszinierende Konstruktion, besaß sie doch einerseits einen wassergekühlter Zweizylinder-Zweitaktmotor, deren in Fahrtrichtung geneigten Zylinder übereinander lagen. Andererseits versetzten Kolben und Pleuel zwei Kurbelwellen in bis zu 12.000 Umdrehungen pro Minute. Und mit 65 PS war sie sogar manch einer Werksrennmaschine überlegen. Auf dieser SMZ-Maico holte sich Miterbauer Toni Mang seinen ersten Sieg bei einem Flugplatzrennen in Augsburg – der Beginn einer steilen Rennsport-Karriere.

Toni Mang wird Weltmeister

1975 war es dann soweit. Toni Mang sicherte sich seinen ersten deutschen Meisterschaftstitel auf einer Yamaha TZ 350 und nahm zum ersten Mal bei einem Weltmeisterschaftslauf auf dem Salzburgring teil. Der erste Sieg bei einem WM-Rennen ließ nicht lange auf sich warten. 1976 gewann er den WM-Lauf auf dem Nürburgring auf einer 125er Morbidelli.

Kawasaki KR 250 Motor
Die KR 250 mit wassergekühltem Zweizylinder-Tandem-Motor (Quelle: CC BY-SA 2.0)

Als im darauffolgenden Jahr sein Mentor Dieter Braun seine Rennsport-Karriere nach zwei schweren Stürzen beenden musste, kam für Toni Mang der große Durchbruch. Als ehemaliger Ersatzfahrer übernahm er 1978 das Angebot von Kawasaki startete als Werksrennfahrer auf der Kawasaki KR 350 und KR 250 und holte sich in den Jahren 1980 bis 1982 insgesamt vier Weltmeistertitel in beiden Klassen. Die KR-Renner besaßen einen wassergekühlten Zweizylinder-Motor, deren Zylinder hintereinander saßen jeweils eine eigene Kurbelwelle antrieben. Parallelen zur SMZ 250 sind unverkennbar. Aus der KR 250 Rennmaschine leitete der japanischer Motorradhersteller 1984 die zivile Version der Kawasaki KR 250 bzw. KR-1 ab.

Nach verletzungsbedingten Pausen und vielen Aufs und Abs bekommt Toni Mang 1985 einen Vertrag als Werksfahrer bei Honda. Obwohl ihn die Fachpresse bereits „abschrieb“ und die Konkurrenz in den eigenen Reihen gnadenlos war, holte sich der damals 38-Jährige 1987 seinen fünften Weltmeister-Titel auf einer 250-er Honda.Im Gespräch verriet er:

„Ich wollte es allen noch einmal mit einem anderen Motorrad zeigen. Die neue Marke, die neue Technik und das neue Team inspirierten mich.“

Ein Jahr später beendete auch er nach einem schweren Sturz seine Laufbahn als Rennfahrer.

Mit insgesamt 154 Starts in der Motorrad-Weltmeisterschaft, 42 Siegen, 84 Podiumsplätzen, 34 Pole-Positions sowie 26 schnellsten Rennrunden wurde Toni im Jahr 2001 in die „Hall of Fame“ aufgenommen.

Kawasaki KR 250
Legendäres Weltmeister-Motorrad – KR 250 (Quelle: Kawasaki Deutschland)

Noch heute mit Kawasaki freundschaftlich verbunden

Der ehemaliger Champion und fünffache Motorrad-Weltmeister kam letztes Jahr auf Einladung von Kawasaki zum 30-jährigen Ninja-Jubiläum nach Schotten und gab geduldig und sehr gut gelaunt seinen vielen, treuen Fans Autogramme und beantwortete bereitwillig die vielen Fragen. Noch heute verbinden ihn mit Kawasaki nicht nur vier gemeinsame Weltmeistertitel, sondern viele persönliche Freundschaften:

„Wir kennen uns sehr gut und sehr lange“.

 

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