25 Jahre Zusammenarbeit von Rinaldi und Yamaha

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Der ehemalige FIM Motocross-Weltmeister Michele Rinaldi und Yamaha Motor Europe feiern eine erfolgreiche 25-jährige Zusammenarbeit. Durch die Partnerschaft konnte sich das Yamaha Factory Team an die Spitze des MXGP und der Motocross Grand-Prix-Serie setzen. Zur Feier kamen viele amtierende Champions.

Rinaldi wurde 1984 FIM-Weltmeister in der 125-ccm-Klasse

Rinaldi war der erste Italiener, der seit der Einführung des Motocross-Sports als FIM-Meisterschaft im Jahr 1957 den Motocross-Sieg errang und 1984 FIM-Weltmeister in der 125 ccm-Klasse wurde. Michele Rinaldi erlangte dank seiner hervorragenden Leistungen und seines Werdegangs in seiner italienischen Heimat fast Kultstatus. Er hinterließ jedoch aufgrund seiner Rolle als Team-Manager und Teamchef sowie als technischer Partner und Entwicklungsleiter der Yamaha Motor Company in Japan auch einen großen Eindruck in der Geschichte des Motocross Sports. Rinaldis Karriere bei Yamaha begann Ende 1991 und konnte dank des amerikanischen Duos Donny Schmit und Bobby Moore auf Anhieb Erfolge verzeichnen. Beide Fahrer errangen Titel, wobei nur zwei der sieben Sportler aus vier Ländern in der Aufmachung von Rinaldi den Titel „Weltmeister“ erringen konnten.

Von allen Kapiteln in der Geschichte der Zusammenarbeit von Rinaldi und Yamaha, einschließlich der Entwicklung des Sports von 125-, 250- und 500-Klassen zu MX2 und MX1, später MXGP, für Zweitakt- und Viertakt-Maschinen, des Debüts der YZ400F und einiger wichtiger Fortschritte im Hinblick auf Forschung und Entwicklung bei der YZ-Reihe, war die vielleicht denkwürdigste und wohl wichtigste Phase die Verbindung zu dem Belgier Stefan Everts.

Yamaha YZ 450 RM
Yamaha YZ 450 RM und Jeremy van Horebeek (Quelle: Yamaha Motor Europe)

Gemeinsame Serie von 6 FIM-Weltmeisterschaften

Die unschlagbare Zusammenarbeit führte innerhalb von sechs Jahren zu einer Serie von sechs FIM-Weltmeisterschaften in drei verschiedenen Kategorien, alle auf der Yamaha YZ450FM. Während er das Blau von Yamaha/Rinaldi trug, konnte sich Everts auch dadurch hervorheben, dass er 2003 an einem Tag in drei verschiedenen Klassen siegte und 2006 15 von 16 GP-Siegen erringen konnte, wodurch er die Anzahl seiner GP-Siege auf einen Rekord von 101 steigern konnte.

„Bei uns steht der Fahrer im Mittelpunkt“, erklärt der inzwischen 57-jährige Rinaldi, und gibt damit Einblicke in sein System. „Wir arbeiten mit den Fahrern, wir lassen sie testen und entscheiden und stellen dann die entsprechenden Teile her, um in die Saison zu starten. Wir stellen den Fahrern nicht einfach eine GP-Maschine vor die Nase nach dem Motto: Wir wissen von den vorherigen Fahrern, dass sie robust ist, also arbeite damit. Wir gehen immer vom Serienmotorrad aus… ich möchte keine GP-Teile oder Sonderteile, die ich entwickelt habe, bis an ihre Grenzen belasten. Wir lassen die Piloten fahren, testen und urteilen. Damit lassen wir uns den ganzen Oktober und November Zeit. Wenn dann Ergebnisse kommen, sind wir darauf vorbereitet, von Februar bis April noch viele Änderungen einzubringen. Das ergibt sich alles aus der Erfahrung. Für uns ist der Fahrer das wichtigste Element bei den Rennen. Danach folgen das Team und das Material.“

Ausgehend von seinem Firmensitz in Langhirano, Parma, hat Rinaldi über die Jahre triumphiert und konnte dank seiner treuen Mitarbeiter seine Stellung an der Spitze des MXGP halten. Dazu gehören Persönlichkeiten wie Massimo „Mino“ Raspanti, der als Mechaniker anfing und das Rennteam leitet, seit Micheles Bruder Carlo vor zehn Jahren von diesem Posten zurücktrat. Der Co-Teammanager Giovanni Pelizza ist eine weitere dieser Persönlichkeiten, die viele ihrer besten Jahre im Dienst von Rinaldi verbrachten. Rinaldi kann sich auf eine verlässliche Struktur und zuverlässige technische Mitarbeiter genauso verlassen wie auf die Fähigkeiten und die Integrität von Carlo, der heute eine Schlüsselfigur hinter den Kulissen und bei Verhandlungen mit technischen Partnern ist – genau wie sein zweiter Bruder Luca, der die Logistikabteilung in Langhirano leitet.

„Langfristig alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht einfach. Ich verbringe jedoch viel Zeit im Gespräch mit den Menschen hier. Es ist eine Gruppe, aber auch eine Familie. Manchmal wechseln Mechaniker das Team wegen einem Fahrer. Darauf bin ich vorbereitet. Man muss sich einigen können. Die Gruppe arbeitet nun schon seit langer Zeit zusammen und ich möchte, dass die Motivation erhalten bleibt und die Mitarbeiter gern bleiben. Manchmal gibt es mehr Diskussionsbedarf, manchmal weniger, manchmal ist mehr Aufmerksamkeit erforderlich, manchmal weniger. Ich möchte keine Veränderungen, da ich mir Mitarbeiter wünsche, die ihre Arbeit gut machen.“

„Meine Brüder arbeiten hier, weil sie die beste Wahl für den Job sind, nicht weil sie da sein „müssen“ oder eine Anstellung brauchen. Auf keinen Fall. In dieser Beziehung bin ich sehr hart. Meine Priorität ist der Hersteller. Ich werde bezahlt, um Ergebnisse zu erzielen und Ziele zu erreichen, und ich tue alles, um das möglich zu machen.“

Michele Rinaldi
Michele Rinaldi hat eine eigene Firma mit Sitz in Langhirano, Parma (Quelle: Yamaha Motor Europe)

Rinaldi ist berühmt für seine Einsatzbereitschaft bei der Erzielung von Ergebnissen und bei der Entwicklung sowie sein Engagement für ein positives Image von Yamaha. Er scheut keine Herausforderungen, um in diesem herausfordernden Sport erfolgreich zu sein. Dafür reist er um die ganze Welt zu allen neunzehn Grands Prixs, aber auch zu nationalen Rennen und wichtigen Ereignissen wie dem Motocross der Nationen. In dessen letzten beiden Ausgaben feierte das Team mit dem MXGP-Weltmeister des Jahres 2015, Romain Febvre, Erfolge. Der Name und die absolute Professionalität des Teams drücken sich nahezu perfekt in dem einzigartigen Design der Rennfarben von Iwata aus.

„Ich bin stolz darauf, auf eine so lange Zusammenarbeit zurückblicken zu können und so viele gute oder auch schlechte Momente erlebt zu haben“, so Michele zu seiner Karriere bei Yamaha. „Auch in schwierigen Zeiten der Finanzkrise hörten oder gaben wir nicht auf. Ich bin ein wenig besessen, wenn es um meine Leistungen für Yamaha geht. Mein Ehrgeiz und mein Ziel ist es, Yamaha mit unseren Ergebnissen zufrieden zu stellen. Dank meiner guten Mitarbeiter denke ich, dass wir eine beachtliche und gute Arbeit leisten.“

Auch aus Sicht von Yamaha hätte die Zusammenarbeit von Michele Rinaldi und seinem Team mit Yamaha Motor Europe hätte nicht spannender und vorteilhafter sein können. Yamaha Motor Europe COO, Eric de Seynes:

„Michele hat dazu beigetragen, einige authentische Yamaha-Legenden im Bereich des Rennsports zu schaffen. Auch sein Einfluss bei der Entwicklung der YZ-Linie darf nicht unterschätzt oder ignoriert werden. Er ist Yamahas Botschafter und eine Schlüsselfigur bei der FIM Motocross-Weltmeisterschaft. Wir können uns keinen besseren und engagierteren Partner wünschen. Ich hoffe, dass er viele weitere Jahre Blau trägt.“

„Ich habe mich fast mein ganzes Leben lang mit diesem Sport beschäftigt. Der Name „Rinaldi“ ist beim Motocross schon lange bekannt und wird in einem Atemzug mit Größen wie Geboers, De Coster, Bayle, Robert und anderen genannt“, kommentiert der MX-Manager von Yamaha Motor Europe, Erik Eggens. „Ich hatte nie die Ehre, für Michele im Grands Prix zu fahren, aber ich weiß, dass sein Team – auch im Hinblick auf seine Arbeit mit Yamaha – als einer der besten Arbeitsplätze für einen Fahrer galt. Es ist fantastisch, dass die Zusammenarbeit nun schon fünfundzwanzig Jahre währt. Für meine Generation ist es unvergesslich, Stefan auf diese Weise fahren und gewinnen zu sehen. Ich denke auch, dass es für Michele und seine Crew spricht, dass sie mit jeder Version der YZ-Technologie, sowohl den Zweitaktern als auch den Viertaktern und mit unterschiedlichem Hubraum, gewonnen haben. Sie konnten mit einem Fahrer mit Stefans Erfahrung Höchstleistungen erzielen, brachten aber auch Nachwuchspiloten wie David Philippaerts und Romain Febvre an die Weltspitze, was sie auch fast bei Josh Coppins und Jeremy Van Horebeek geschafft haben. Micheles Arbeit ist etwas, auf das jeder bei Yamaha und jeder Fan der Marke stolz sein kann.“

Am 25. Februar 2017 beginnt für das Monster Energy Yamaha Factory Team mit dem Rennen in Losail, Katar, die MXGP FIM Motocross-Weltmeisterschaft 2017. Am Start die Fahrer Romain Febvre und Jeremy Van Horebeek. An vorderster Front mit dabei – Rinaldi und es wird seine 26. Saison für Yamaha.

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