Spektakulärer BMW 1800 Boxer von CUSTOM WORKS aus Japan

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Eigentlich sind es öfter Custombike Builder aus Deutschland, die ein Nippon-Bike in etwas Außergewöhnliches verwandeln. Doch diesmal erleben wir genau das Gegenteil: Die für ihre ungewöhnlichen Kreationen bekannte Motorrad-Schmiede Custom Works Zon präsentierte auf der diesjährigen Hot Rod Custom Show in Yokohama einen bajuwarischen Umbau der besonderen Art. Die als „Departed“ bezeichnete BMW 1800 Boxer entstand rund um den Prototypen eines neuartigen Boxermotors von BMW Motorrad.

Es ist davon auszugehen, dass BMW an einem neuen, großen Boxertriebwerk arbeitet, das insbesondere für das US-Klientel vorgesehen ist. 2020 könnte ein erstes neues Modell mit dem voraussichtlich etwa 1,8 Liter großen Boxermotor auf den Markt kommen.

Japanische Custom-Schmiede

CUSTOM WORKS ZON wurde 2003 von Yuichi Yoshizawa und Yoshikazu Ueda in der Präfektur Shiga gründet und ist bekannt für ihre aufsehenerregenden Umbauten. Sie werden regelmäßig zu den renommierten Shows der Customizer Szene eingeladen, wie zum Beispiel der „Mama Tried Show“ in Milwaukee, der „The Hand Built Motorshow“ in Austin oder der „Brooklyn Invitational“. Jede Menge Preise und Auszeichnungen stehen in den Regalen der kleinen Werkstatt, die ihr handwerkliches Können und den eigenständigen Stil immer wieder unter Beweis stellen.

Custom Work Zon ist bekannt für ihre aufsehenerregenden Umbauten
Custom Work Zon ist bekannt für ihre aufsehenerregenden Umbauten (Quelle: BMW Motorrad)

Über die Zusammenarbeit mit BMW Motorrad freute sich Yuichi Yoshizawa enorm: „Es war eine große Ehre und Herausforderung, für einen der traditionsreichsten Hersteller der Branche ein Motorrad rund um den Prototypen eines so spektakulären neuen Boxermotors bauen zu dürfen.“

ZON’s Handschrift ist an der Custom  BMW 1800 Boxer deutlich zu erkennen: klassische Formgebung, moderne Produktionstechniken und jede Menge Handwerkskunst in den Detaillösungen – das alles in höchster japanischer Qualität. Die sehr niedrige Silhouette des Bikes erinnert an Ernst Hennes Rekordmaschinen der späten 1920er und 1930er Jahre. Die großen Räder mit 21 Zoll vorn und 26 Zoll hinten sind aus Aluminium gefräst und mit relativ schmalen Reifen bestückt. Ebenso ist die Trapez-Vorderradgabel aus dem Vollen gefräst. Die Stahlrohr-Hinterradschwinge wurde mit versteckter Federung am Gitterrohrrahmen befestigt. Der großvolumige Motor hängt in dieser aufwändig gefertigten Rahmenkonstruktion und der darin eingepasste Tank, die Sitzeinheit sowie die Frontverkleidung sind aus Blechen von Hand gedengelt.

BMW 1800 Boxer trifft auf jede Menge Handwerkskunst
BMW 1800 Boxer trifft auf jede Menge Handwerkskunst (Quelle: BMW Motorrad)

Pläne zur BMW 1800 Boxer

Über den Motor blieb BMW bislang nähere Informationen schuldig. Äußerungen der Geschäftsleitung aus den vergangenen Jahren deuten jedoch klar darauf hin, dass man für Cruiser-Projekte, die in den USA Erfolg haben sollen, zwingend einen großvolumigen Zweizylindermotor braucht. Ein solches Aggregat sei in der Entwicklung auch schon weit fortgeschritten, heißt es. Scheinbar will BMW den angestammten Markt nicht länger Harley Davidson, Indian oder der Honda Goldwing 1800 überlassen.

Eindeutig am BMW 1800 Boxer-Prototyp war der Verzicht auf eine Flüssigkühlung erkennbar. Die luft-/ölgekühlte Bauweise kann beim Boxermotor aufgrund der in den Fahrtwind ragenden Zylinder sehr gut angewendet werden und entspricht der Firmentradition. Schon der Boxermotor der 1923 als erste BMW erschienenen R32 wies diese Bauweise auf. Auch die gut sichtbaren Stößelstangen oberhalb der Zylinder erinnern an historische BMW-Motoren.

Gut sichtbare Stößelstangen oberhalb der Zylinder erinnern an historische BMW-Motoren
Gut sichtbare Stößelstangen oberhalb der Zylinder erinnern an historische BMW-Motoren (Quelle: BMW Motorrad)

Kurz vor dem 100jährigen Jubiläum von BMW Motorrad würde sich mit einem abermals luft-/ölgekühlten Boxermotor – mit dem bisher unvorstellbaren 1.800 ccm Hubraum – der Kreis schließen. Das offenbar mit dem Entwicklungscode R18 versehene Aggregat war für den Einsatz der japanischen Customizer sowohl technisch wie optisch verändert worden: Die Japaner fertigten neue Zylinderkopfhauben an, zudem wurde das Triebwerk von einer Benzineinspritzung auf Vergaserbetrieb umgebaut. Angesichts der weltweiten Umweltgesetzgebung ist bei einem Serienmotor eine Einspritzanlage jedoch unumgänglich.

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