„MACACO-Racing“ Kawasaki W650 von Schlachtwerk

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Letzte Woche war ich bei Schlachtwerk in Offenbach, um die neuesten Umbauprojekte von Bike Builder Tommy in Augenschein zu nehmen. Erste Impressionen gab es bereits auf Facebook zu sehen. Die neueste Maschine der Offenbacher Customschmiede stelle ich hier im Porträt etwas näher vor.

Der stylische Kawasaki W650 Scrambler gehört Macaco aus Frankfurt, der seinen Spitznamen von einer Capoeira-Schule bekam. Seine W650 aus dem Jahr 2000 war ein Geschenk zum letztjährigen Geburtstag im September. Ein tolles Präsent, aber eines stand für ihn von Anfang an fest: im Serienlook darf die Kawasaki nicht bleiben. Es folgte ein Anruf bei Kumpel Tommy und pünktlich zu Weihnachten stand die Kawasaki W650 bei Schlachtwerk auf dem Hof.  Und Tommy bekam freie Hand.

Schlachtwerk hatte freie Hand bei der Umsetzung

Ziel war es, die „W“ – wie sie Fans liebevoll nennen – bis ‚Wheels and Waves‘ in Juni 2016 fertig zu haben und leicht und agil zu gestalten. Außerdem sollte sie von der Gesamtoptik hell und „fancy“ werden.

Tommy freute sich über das Projekt und sagte im Gespräch mit nippon-classic.de: „Ich durfte mich richtig austoben, bis auf den Tank. Den wollte Macaco unbedingt im Martini-Design haben.“

Schlachtwerk veredelt nicht nur Kawasakis nach Kundenwunsch, sondern bedient auch BMW- und Ducati-Fahrer. Sein Herz hat Thomas Thöring allerdings den „W“-Modellen von Kawasaki verschrieben. Die Maschinen mit dem herrlichen Königswellen-Twin sind seit Jahren seine Leidenschaft, stilvoller Minimalismus mit perfekter Technik und erstklassiger Umsetzung seine Maxime. Schlachtwerk hat inzwischen eine eigene „Handschrift“ entwickelt und Gewichtsreduzierung ist dabei zentraler Bestandteil jedes Custom Bike Projekts.  Alles, was nicht unbedingt nötig ist, fliegt raus oder wird durch exklusive und leichtere Komponenten ersetzt.

Der Kopf hinter Schlachtwerk: Thomas Thöring (Quelle: Nippon-Classic.de)
Der Kopf hinter Schlachtwerk: Thomas Thöring (Quelle: Nippon-Classic.de)

Fahrwerksumbau zum Kawasaki W 650 Scrambler

Technisch hat Schlachtwerk das Fahrwerk weitestgehend im Originalzustand belassen. Um dem Scrambler mehr Agilität zu verleihen, verbaute Thomas LSL Gabelbrücken aus Alu und verringerte somit den Achsversatz. Des Weiteren wanderten die Sozius-Fußrasten direkt ans hintere Rahmendreieck, was eine weitere Gewichtsersparnis mit sich bringt. Das Rahmendreieck wurde selbstverständlich im Schlachthof-Style freigelegt, um auch hier Ballast los zu werden. Unnötige Haltelaschen wurden entfernt. Anschließend bekam der Rahmen aus ästhetischen Gründen eine anthrazitfarbene Pulverbeschichtung spendiert.

Auf die original belassenen Räder wurden Heidenau K60 „Knobbies“ aufgezogen, hinten im Format 130/80 x 18 und vorn 100/90 x 19 Zoll. Da die serienmäßige Scheibenbremse der Kawasaki W650 nicht unbedingt zu den Besten ihrer Gattung gehört, wich der Stopper einer Vier-Kolben-Festsattel Bremsanlage mit einer filigranen 320 mm Bremsscheibe von Beringer. Um den gewünschten Scrambler-Look der W 650 weiter zu verstärken, verbaute Schlachtwerk hinten um 35 Millimeter verlängerte YSS Federbeine.

Kawasaki W650 Scrambler
Schlachtwerk verlegte die Fußrasten und erhöhte die W650 hinten um 32 Millimeter (Quelle: Nippon-Classic.de)

Exklusives Schlachtwerk-Customizing der W650

Der Motor wurde – mit Ausnahme der K&N Sportluftfilter – technisch nicht angerührt, aber mit exklusiven Alu-Motorhalterungen von Schlachtwerk im Rahmen aufgehängt. Fast schon ein Markenzeichen der Offenbacher Customschmiede ist die 2-in-1 Schlachtwerk-Auspuffanlage, die Tommy in Handarbeit aus mehreren Edelstahlelementen fertigt. Neben einer rattenscharfen Optik und dem gänsehauttreibendem Bollern des Parallel-Twins, bringt der exklusive Auspuff fünf PS mehr Leistung und reduziert das Gewicht der Maschine um weitere neun Kilogramm.

Die Reduzierung des Gesamtgewichts zieht sich wie ein roter Faden durch den Umbau. Insofern verzichtet Macacos W650 Scrambler konsequenterweise auf einen E-Starter. Der nun 55 PS leistende Twin wird alleinig mit Muskelkraft zum Leben erweckt. Einmal den oberen Totpunkt überwunden, lässt sich die W650 mit einem(!) dosierten Tritt spielendleicht antreten.

Kawasaki W650 Scrambler
Kick it! Die W650 hat nur einen Kickstarter, der funktioniert aber bestens (Quelle: Nippon-Classic.de)

Als Fan der Martini Rennserie taufte Macaco seinen Kawasaki W 650 Scrambler „MACACO Racing“ und adaptierte das Martini-Logo mit seinem Rufnamen. Der weiße Tank mit den markanten Streifen und dem schönen Schlachtwerk-Logo an den Seiten bildet nun einen zentralen Blickfang an dem wendigen Scrambler.

Abgerundet wird der gefällige Umbau mit einer Schlachtwerk-Sitzbank aus abgesteppten schwarzen Leder. Ein anatomisch perfekt-passender LSL-Lenker, ein Chronoclassic Drehzahlmesser von Motogadget und winzige Blinker perfektionieren den Kawasaki W 650 Scrambler.

Der konsequente Verzicht auf unnötige Last, die leicht geänderte Fahrwerksgeometrie und der handliche Lenker machen das Bike sehr sehr viel agiler als es der Originalzustand hergibt. Der fertige Scrambler wiegt heute vollgetankt gerade einmal 171 Kilogramm  und verlor über 40 Kilogramm „Speck“. Dass da noch mehr geht, beweist Schlachtwerk bei einem anderen Bike Build. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag.

Kawasaki W 650 Scrambler
Der fertige Kawasaki W 650 Umbau wiegt nur noch 171 Kilogramm (Quelle: Nippon-Classic.de)

Wesentliche Umbauten von Schlachtwerk zum „MACACO Racing“ Scrambler

  • Gewichtsreduktion auf 162 kg (trocken)
  • Reifen: Heidenau K60
  • Tank: Kawasaki Z 200 (9 Liter Fassungsvermögen)
  • Auspuffanlage: „SW“ 2-in-1 Anlage mit Shark-Endtopf
  • Offener Filter:  K&N Filter Kit
  • Bremsanlage vorne:Big Brake Kit Beringer CNC 4 Kolben  320 mm Bremsscheibe
  • Rahmen: Soziusfußrasten umgesetzt und Rahmen pulverbeschichtet (grau)
  • Stereofederbeine mit Zugstufen, Stossdämpfer hinten erhöht auf 35 mm
  • Sitzbank: „SW“ Flat Sitzbank
  • Lenker: Flat bar von LSL mit LSL Alubrücken
  • Tacho: Motogadget Chronoclassic
  • Beleuchtung: Brat style,  Blinker so unsichtbar wie möglich

 

Kontakt: www.schlachtwerk.com

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