Wir schreiben das Jahr 1977. Die nach Mogadischu entführte Lufthansamaschine „Landshut“ wird durch die GSG9 befreit, die amerikanischen Raumsonde Voyager 1 startet ins Weltall und Honda präsentiert die nächste Generation der seit Jahren erfolgreichen Mittelklasse Parallel-Twins auf dem Pariser Salon. Die Honda CB 250 T folgte auf die CJ 250T und war eine komplette Neukonstruktion mit Drei-Ventil Zylinderkopf und einer wartungsfreien elektronischen Zündung. Nach nur zehn Monaten Bauzeit übernahm jedoch die optisch deutlich modernere CB 250 N die Nachfolge.

Im Unterschied zu anderen Ländern, in den die CB 250 T verkauft wurde, war sie hierzulande fast ausschließlich in der abgespeckten 17 PS Version zu haben – einige 27 PS Modelle kamen nur ganz zu Anfang nach Deutschland. Die Leistungsreduktion war ein Tribut an die 1976/77 geänderten Versicherungsbedingungen. Die Einstufung eines Motorrades erfolgte nun nicht mehr nach dem Hubraum, sondern nach der Leistung des Motors. Mit 17 PS fiel die Mittelklasse-Honda in die niedrige Versicherungsklasse für Motorräder mit 10 bis 17 PS. Mit 27 PS hätte sie in der deutlich teureren Klasse von 18 bis 27 PS gelegen. Der Unterschied konnte durchaus 800 D-Mark ausmachen.

Honda CB 250 T Baujahr 1977 mit Drahtspeichen-Felgen

Honda CB 250 T Baujahr 1977 mit Drahtspeichen-Felgen (Quelle: Honda)

CB 250T Motor mit Drei-Ventil-Kopf und zwei Ausgleichswellen

Der fahrtwindgekühlte Zweizylinder-Viertakt-Motor verfügt über einen Hubraum von 245 ccm und ist mit 62 x 41,4 mm Bohrung bzw. Hub kurzhubig ausgelegt. Bei einer Drehzahl von 8.500 min-1 erreichte das Triebwerk seine Höchstleistung von 17 PS und ein maximales Drehmoment von 16,2 Nm bei 6.500 min-1. Zwei Keihin-Zentralschwimmervergaser mit jeweils 28 mm Durchlass versorgen die beiden Zylinder mit dem notwendigen Benzin-Luftgemisch. Eine obenliegende Nockenwelle wird von einer, in einem Schacht zwischen Zylinder laufenden, Kette von der Kurbelwelle angetrieben. Die Nockenbewegung wird via Kipphebel auf die Ventile übertragen.

Mit 172 Kg Leergewicht im Kombination mit der geringen Motorleistung war weder eine Beschleunigungsorgie, noch exorbitante Endgeschwindigkeiten zu erwarten. Realistisch waren maximal 117 km/h bei einem Soloausritt drin.

Der Motor verfügte über einen Drei-Ventil-Kopf und zwei Ausgleichswellen

Der Motor verfügte über einen Drei-Ventil-Kopf und zwei Ausgleichswellen (Quelle: Honda)

Als Nachfolgerin der CB 250 G bzw. CJ 250T spendierte Honda diesem Motorrad einige technische Neuerungen:

  • Neu war, dass der Parallel-Twin zwei Ausgleichswellen zur Reduktion der Motorvibrationen spendiert bekam, die von einer Kette angetrieben wurden.
  • Des Weiteren gab es nun (für jeden Zylinder) einen Drei-Ventil-Zylinderkopf mit jeweils zwei Einlassventilen (und einem Auslassventil).
  • Ebenfalls neu war die von Honda selbst entwickelte kontaktlose Kondensatorzündung, die auf den Namen C.D.I hörte. Waren die bisherigen kontaktgesteuerten Zündungen als Batterie-Spulen-

Zündungen konstruiert, handelt es sich bei der kontaktlosen um eine Generator-Spulen-Zündung, die von der Batterie unabhängig ist.
Der Stahlrohrrahmen war unten offen und der Motor als mittragendes Element konstruiert. Vorn war eine Telegabel mit 33 mm Standrohren verbaut. Mit dem neuen Modell montierte Honda – dem Zeitgeist entsprechend – Felgen aus gepresstem Stahlblech. Der Untergang der schönen Drahtspeichenräder war Ende der 70er Jahre bereits eingeläutet. Am Vorderrad verzögerte eine hydraulische Scheibenbremse mit 280 mm Durchmesser, hinten eine Simplex-Trommelbremse mit 140 mm. Der Tankdeckel war bei diesem Modell jetzt abschließbar.

Die ersten Comstar-Felgen der CB 250 T hatten noch Schläuchen

Die ersten Comstar-Felgen der CB 250 T hatten noch Schläuchen (Quelle: Honda)

Kaufberatung und Preisspiegel

Rost ist ein übliches Thema alter Hondas. Durch lange Standzeiten über viele Jahre kommt es zudem zu Ablagerungen von altem Benzin im Tank, Benzinhahn und Vergaser. Letztere lassen sich mit einer Ultraschallreinigung wieder aufbereiten. Oftmals sind aber zusätzliche Einstellarbeiten am Vergaser notwendig. Wer eine Honda CB 250 T kaufen möchte sollte wissen, dass die „alten Honda Zweizylinder-Motorräder“ Nässe nicht mögen, wie Motorrad in der Ausgabe 26/1977 im Test feststellte.

„Feuchtes Klima und Regen stopfen nach einigen Kilometern den Luftfilter zu und drosseln die eh schon knappe Leistung.“

Des Weiteren berichten Besitzer von defekten Lichtmaschinen.

Die Preise für eine gebrauchte Maschine bewegen sich zwischen ca. 500 Euro (privat) und ca. 800 Euro (Händler). Im mäßigen Zustand gibt es aber auch schon Exemplare für unter 300 Euro zu haben.

Ab 1978 gab es schwarze Seitendeckel für die Honda CB 250 T

Ab 1978 gab es schwarze Seitendeckel für die Honda CB 250 T (Quelle: Honda)

Technische Daten CB 250T

  EinheitCB 250 T
1. Fakten
ProduktionJahr1977 bis 1979
Nummerierung (Rahmen)StartCB250T-10000001
Farbenrot, schwarz, blau-metallic
NeupreisDM3.800
2. Motordaten
Motortyp2-Zylinder, 4-Takt
Ventilsteuerung6 Ventile, OHC Kette
Nockenwelle1 obenliegend
Hubraumccm245 ccm
Bohrungmm62,0 mm
Hubmm41,4 mm
Verdichtungsverhältnis9,4:1
Vergaser2 Keihin Zentralschwimmer-vergaser
3. Leistungsdaten
LeistungPS17 PS
bei Drehzahlmin-18.500 U/min
DrehmomentNm16,2 Nm
bei Drehzahlmin-16.500 U/min
LeistungsgewichtKg/PS10,1 Kg/PS
Höchstgeschwindigkeitkm/h117 km/h
4. Abmessungen
Längemm2.190 mm
Radstandmm1.390 mm
LeergewichtKg172 Kg
5. Bremse
Bremse vorn1 Scheibe 280 mm
Bremse hintenSimplex 140 mm
6. Antrieb
Getriebe5-Gang Fußschaltung
AntriebKette
StarterKickstarter, E-Starter