13. Custombike-Show 2017 in Bad Salzuflen – Faszination und Tristesse

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Es ist noch ganz früh am Samstagmorgen als ich mich auf den Weg zur 13. Custombike-Show nach Bad Salzuflen mache. Ich bin gespannt, ob sich die 380 Kilometer von Berlin in den nordrhein-westfälischen Kreis Lippe lohnen werden.

Als ich ankomme, sind die letzten Vorbereitungen noch im Gange, die letzten Stand-Crews strömen hektisch durch den Haupteingang und vor den Toren der Messehallen kommen die ersten Besucher zusammen. Zum Glück hatte ich eine Akkreditierung und konnte mir noch vor dem großen Besucherstrom einen Überblick in den drei Ausstellungshallen verschaffen. Und?

Custombike-Show 2017 – faszinierend und enttäuschend zugleich

Ich war einerseits fasziniert, weil die Veranstalter der Custombike-Show es geschafft haben echte Unikate von vielen namhaften Bike-Schmieden in Bad Salzuflen dem Publikum zu präsentieren. Alles richtig sehenswerte Bikes, die aber leider so dicht beieinander stehen, dass in dem Gedränge ein genauerer Blick meistens verwehrt blieb.

Und da setzt auch meine Enttäuschung an. Umbauten von Klassikern gab es, mit Ausnahme der verdichteten Sonderschau, leider überhaupt nicht. Außer Walzwerk war kein Bikebuilder mit eigenem Messestand auf der Custombike-Show 2017 vertreten. Stattdessen fette Milwaukee-Umbauten wo das Auge hinreicht. So dominierten Harley-Davidson Custombikes die Messehallen, gefolgt von unzähligen BMW-Ständen.

Custombike-Show 2017
Custom-BMWs waren ein dominanter Faktor (Foto: Nippon-Classic.de)

Selbstverständlich hat das seine Berechtigung und die ausgestellten Custom-Bikes waren alle beeindruckend und richtig gut gemacht. Zusammengefasst herrschte aber sichtbare Marken-Monotonie. Aber vielleicht erwartet auch das Publikum in Nordrhein-Westfalen gepimpte Boxer und V-Twins. Denn, wo ich auch hinschaue, überall Lederwesten verschiedener Motorradclubs aus Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden.

Custombike-Show 2017

Abseits der Tristesse Custombikes vom Feinsten

Spannend waren die Exponate im Obergeschoss der Halle 21. Unter dem Titel „ The Art of Racing“ waren ganz besondere Custombikes und Rennmaschinen verschiedener Epochen zu sehen, wie die Honda RS 125 R, die bei gerade einmal 70 Kilogramm 44 PS ans Hinterrad wuchtet. Pilotiert wurde der Production-Racer von Dirk Raudles, der sich auf dieser Maschine 1993 den Weltmeistertitel in der 125er-Klasse sicherte.

Einzig zu dem Zweck gebaut die Custombike-Weltmeisterschaft zu gewinnen, schuf 2012 die Thunderbike die „Paintless“, bei der tatsächlich jedes Einzelteil neu erdacht und angefertigt wurde. Eine Augenweide, die komplett ohne Spachtel und Lack zur Schau gestellt werden kann. Umbaukosten? Die will man nicht wirklich kennen…

Custombike-Show 2017
Genau hinschauen lohnt sich (Foto: Nippon-Classic.de)

Ein ganz spezielles Bike auf der diesjährigen Custombike-Show stammt von Carlos Rodrigues, der Erbauer des 130 PS starken Mortàgua-Fighters, dessen mechanisches Herz von einer Suzuki GSXR 1100 stammt. In direkter Nachbarschaft stand die nicht minder beeindruckende Yamaha XJ 600 von Joe Longley (Joes Garage). Beide Custombikes zeichnen sich durch ein außergewöhnliches Design wie auch einzigartige Fahrwerksumbauten aus.

Custombike-Show 2017
Blickfang: Yamaha XJ 600 Umbau von Joe Longley (Foto: Nippon-Classic.de)

Für die tägliche Ausfahrt passender war die Honda CB 550 von 1979, die Hermann Marco in diesem Jahr von Grund auf restaurierte und zu einem heißen Racer umbaute. Mein absolutes Highlight war jedoch ein pastellblauer Simson Spatz von 1970. Schöner kann man sieben PS nicht auf die Straße bringen.

Custombike-Show 2017
Mein Highlight: Swen Webers Simson Spatz von 1970 (Foto: Nippon-Classic.de)

Alle Eindrücke der Custombike-Show habe ich für euch in der Bildershow oben zusammengestellt.

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