Geschichte und Zukunft des Motorrollers in der Autostadt

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Meist klein und wendig, sind Motoroller praktische Fortbewegungsmittel im städtischen Straßenverkehr und ihre geschichtlichen Wurzeln reichen inzwischen fast 100 Jahre zurück. Seine Premiere erlebte der Motorroller in Deutschland bereits in den 1920er Jahren mit dem Krupp-Roller und den Sesselrädern von DKW. Als der italienische Hersteller Piaggio ab 1946 mit seiner Vespa den Motorroller weltweit bekannt machte und die Lambretta fast zeitgleich nachfolgte, war der Rollerboom nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr aufzuhalten.

Geschichte der Motorroller
DKW Sesselrad aus den frühen 20er Jahren (Foto: Autostadt/ Matthias Leitzke)

Spätesten seit den 1950er Jahren sind die Scooter nicht mehr von unseren Straßen wegzudenken und stehen stellvertretend für Leichtigkeit und Lebenslust, aber auch für hohes Maß an praktischem Nutzen. Kein Wunder also, dass sich etliche Motoroller-Modelle millionenfach verkauften und über Jahrzehnte Kultstatus erreicht haben. DKW Hobby, Heinkel Tourist, Schwalbe und allen voran die legendäre Vespa 125 stehen exemplarisch für die Erfolgsjahre des Stadtflitzers.

Vespa "MP 6" von 1946
Die erste Vespa „MP 6“ von 1946 mit 98 ccm Hubraum (Quelle: Piaggio)

Auch in den Mobilitätskonzepten für die Stadt von morgen tritt der Roller als ein wichtiger Problemlöser für die Parkplatzsuche und Staus auf. Unter dem Titel „Der Motorroller – Mikromobilität zwischen Lifestyle und technischer Innovation“ zeigt die Autostadt in Wolfsburg noch bis zum 15. September in einer Sonderausstellung Rollermodelle verschiedener Hersteller – von historisch bis hin zu zukunftsweisenden Konzepten wie das Yike Bike und der VW Cityskate.

Motorroller
Yikebike von Volkswagen (Foto: Autostadt/ Matthias Leitzke)

Die Sonderausstellung präsentiert diese und viele weitere Exponate chronologisch und stellt anhand wissenswerter Daten zu Technik und Gestaltung die Geschichte und Zukunft des Scooters dar. Damit bekommen die Besuchern nicht nur einen spannenden Einblick in das Thema Mikromobilität, sondern auch in die technische und kulturelle Entwicklung des Motorrollers seit 1919.

Geschichte der Motorroller
Motorroller-Generation der letzten 30 Jahre (Foto: Autostadt)

Aber auch der mediale Aspekt wird in der Ausstellung nicht vergessen. So transportieren Plakate, Magazine und Kunstwerke den historischen Kontext der ausgestellten Motorroller. Insbesondere die Popkultur hat zur Charakterisierung des originellen Zweirads als Symbol für Ungezwungenheit und Lebenslust beigetragen. Dies verdeutlicht die Ausstellung durch Comics, Cartoons und eine atmosphärisch dichte Collage von Filmsequenzen. Eine Auswahl an Youtube-Filmen aus aller Welt zeigt zudem individuelle Fahrten durch Stadt und Land und öffnet damit einen eigenen Erlebnisraum.

Begleitet wird die Ausstellung von einem Filmprogramm im Zeithaus-Kino: Die cineastischen Klassiker, in denen Motorroller zum Einsatz kommen, reichen von „Ein Herz und eine Krone“, dem Klassiker des italienischen Vespa-Charmes, über die Mod-Kultur in „Quadrophenia“ bis hin zu „Larry Crowne“, in dem der Motorroller zum hoffnungsfrohen Vehikel für einen Neustart im Leben wird.

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