Die geheimnisvollen Modellcodes der frühen Yamahas

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Für viele Außenstehende scheinen die Modellcodes der frühen Yamahas etwas rätselhaft. Was bedeutet YDS 3 und worin unterscheidet sich die YL 1 von der YR 1? Fragen, die sich eigentlich einfach entschlüsseln lassen, denn zumindest anfänglich steckte System dahinter. Zunächst gab es für jede Hubraumklasse einen Buchstaben.

  • G: 80 ccm
  • H: 90 ccm
  • L: 100 ccm
  • A: 125 ccm
  • C: 175-200 ccm
  • D: 250 ccm
  • E: 260 ccm
  • M: 305 ccm
  • R: 350/360 ccm
  • X: Viertakt

Bis 1968 stellte Yamaha vor den Hubraum-Buchstaben bei den zulassungsfähigen Modellen (s)ein „Y“. Die dann folgende Nummer gab das Modell an. Beispiel: YD 3 = drittes Modell der 250er Yamaha. Übrigens gibt es in keiner Yamaha-Modellreihe ein Modell „4“, da die 4 in Japan wie bei uns die 13 als Unglückszahl zählt. So erklären sich die Sprünge von YDS 3 zu YDS 5 oder R3 zu R5. Bei den käuflichen Rennmaschinen ersetzte man das „Y“ durch ein „T“, so entspricht die Yamaha TD 1 der 250er Rennmaschine.

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Die Yamaha YDS-1 von 1959 in gold-weißer Lackierung (Quelle: MESSE BREMEN/ Peter Abelmann)

Wurde hinter den Buchstaben des Hubraums noch ein „S“ gestellt, so war dies ein eher sportliches Modell, bei einem „T“ entsprechend ein Tourenmodell. Beispiele: Die YDT 1 ist ein 250 Tourenmodell und die YAS 1 ein 125 ccm Sportmotorrad.

Mit dem Aufkommen der Enduros ab 1968 durchbrach Yamaha dann diese Regel und gab den Enduros das Kürzel „T“. Da es aber das „Y“ vor dem Hubraumkürzel nicht mehr gab, war die Unterscheidung zwischen bspw. YAT 1 (125er Tourenmodell) und AT 1 (125er Enduro) weiterhin möglich.

Spezielle Ausführungen der Straßenmodelle – meistens Scrambler – erhielten nach der „normalen“ Bezeichnung noch einen weiteren Buchstaben, wie zum Beispiel YCS 1 C für die 180 ccm Yamaha Scrambler.

Anfang der 1970er Jahre war das Modellprogramm so stark gewachsen, dass dies eine Änderung in den Modellbezeichnungen notwendig machte. Ab sofort hießen alle Zweitakt-Zweizylinder RD (wie die Werksrennmaschinen der 1960er Jahre), die 2-Takt-Einzylinder RS, die Viertakt-Zweizylinder XS und die Enduros DT mit jeweils der Hubraumangabe dahinter (z.B. RD 250, XS 650, …). Eine Dekade später wurden die Bezeichnungen jedoch durch technische Merkmale der Yamaha-Modell erweitert. So bekamen die flüssigkeitsgekühlten Yamaha-RD-Modelle den Zusatz „LC“ für „Liquid Cooled“.

 

[Autor: Peter Abelmann]

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