Honda hält der Halb-Liter-Klasse die Treue

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Vor genau 45 Jahren präsentierte der größte japanische Motorradhersteller erstmals die brandneue CB 500 F im amerikanischen Daytona und ergänzte seine Vierzylinder-Modellpalette zur 1969 erfolgreich debütierten CB 750 Four. Die Honda CB 500 F etablierte sich schnell zum Bestseller.

Heute hält Honda als einziger der großen japanischen Hersteller und als einer der wenigen Marken überhaupt mit der neuen CB 500 F der einst volumenreichen Halb-Liter-Klasse die Treue. „Hübsch geht anders“ hieß es noch vor drei Jahren nach der ersten Begegnung mit der 500er des Modelljahrs 2013. Das muss nun nach der für dieses Jahr erfolgten Modellpflege korrigiert werden.

Auf die mächtige vordere Plastikverblendung sowie den Motorspoiler verzichtet Nippons Nummer 1 dankenswerterweise. Das einst schwarze und dadurch ebenfalls wenig gefällige Plastik in der Mitte unter der Sitzbank ist jetzt im Farbton der Maschine lackiert. Die ausladenden Soziusgriffe wichen Griffmulden unter der Verkleidung (das klassische Halteband über dem Polster ist übrigens auch noch da). Im Zuge der Euro-4-Umstellung erhielt die 500er außerdem einen kürzeren Auspuff. In diesem Fall ist weniger mehr und die jetzt schlanker modellierte CB wirkt deutlich moderner, dynamischer und weniger verspielt.

Am quirligen 48-PS-Motor für A2-Führerscheinbesitzer musste Honda keine Hand anlegen. Überarbeitet wurde jedoch der Schaltmechanismus, um die Gangwechsel noch weicher und präziser zu machen. Der neue Endschalldämpfer sorgt für einen fülligeren und absolut erwachsen tönenden Klang. Er ist außerdem zwei Kilogramm leichter als der Vorgänger. Nach wie vor fühlt sich der Zweizylinder zwischen 4.000 und 6.000 Umdrehungen in der Minute pudelwohl. Erst ab 7000 U/min macht das putzmuntere Aggregat durch leichte Vibrationen auf sich aufmerksam und erreicht mühelos 9.000 Touren im roten Bereich, bis der Begrenzer weiterem Vortrieb ein Ende setzt.

Der Fahrer sitzt eher auf als in der Maschine, die sich nicht zuletzt wegen ihrer kompakten Maße durch ein spielerisches und sicheres Handling auszeichnet. Wegen des niedrigen Lenkers ist die Körperhaltung leicht nach vorne gebeugt, der Kniewinkel ist entspannt. Das Tankvolumen wuchs um einen Liter auf 16,7 Liter, was rein rechnerisch Reichweiten von über 450 Kilometern erlaubt. Scheinwerfer und Rückleuchten sind nun in LED-Technik ausgeführt.

Die Honda CB 500 F ist – und das soll nicht abwerten klingen – ein Brot-und-Butter-Bike für den unkomplizierten Motorradalltag. Damit das mit dem sonoren Sound abgeschmeckte Menü noch besser mundet, bietet Honda auch für die CB 500 F seine 50:50-Finazierung an. Bei einer Anzahlung der Hälfte des Kaufpreises von 5.990 Euro darf ihr Besitzer sie zwei Jahre ohne weitere Raten fahren und anschließend wieder zurückgeben, ablösen oder sich die Restschuld finanzieren lassen. Damit liegt die 2016er CB 500 Four preislich auf dem Niveau einer top gepflegten oder restaurierten CB 500 Four K aus den 1970er Jahren.

Analog zur F wurde auch der 660 Euro teurere Supersportableger CBR 500 R modifiziert, deren Verkleidung deutlich schärfer als bisher geschnitten ist.

Technische Daten Honda CB 500 F von 2016

  • Motor: 2-Zylinder-Reihenmotor, flüssigkeitsgekühlt, 471 ccm
  • Leistung: 35 kW / 48 PS bei 8500 U/min
  • Drehmoment: 43 Nm bei 7000 U/min
  • Antrieb: Kette
  • Getriebe: 6 Gänge
  • Höchstgeschwindigkeit: 175 km/h
  • Gewicht (vollgetankt): 190 kg
  • Sitzhöhe: 785 mm
  • Tankinhalt: 16,7 Liter
  • Normverbrauch: 3,7 l/100 km
  • Bereifung: 120/70 ZR 17 (vorne), 160/60 ZR 17 (hinten)
  • Preis: 5990 Euro

 

(Fotos: ampnet, Text: Jens Riedel, Jens Schultze)

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