Yamaha YZF-R3 geht frisch überarbeitet an den Start

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Fast unbemerkt etabliert sich hierzulande mehr und mehr eine kleine, aber feine 300er-Klasse. Da mischt auch eine Yamaha mit der marken-ikonischen Buchstabenkombination YZF-R mit. Sie schließt seit knapp vier Jahren die Lücke zwischen der erfolgreichen Leichtkraftradversion mit 125 ccm Hubraum und der R6. In Europa gehört Deutschland neben der Türkei (250er-Version) inzwischen zu den Hauptmärkten der Supersportlerin der unteren Mittelklasse. In die Saison 2019 startet Yamaha YZF-R3 mit umfangreichen Änderungen, die den dynamischen Charakter unterstreichen. Nach dem Vorbild der Superbike-Ikone YZF-R1, die seit mittlerweile 20 Jahren auf dem Markt ist, erhält die frisch überarbeitete YZF-R3 eine neue Frontpartie inklusive der LED-Scheinwerferanlage, die das Design der Tausender aufnimmt.

Yamaha YZF-R3
Die neue Frontpartie der Yamaha YZF-R3, aber die Blinker…!? (Foto: Yamaha)

Herzstück der Neuerungen ist aber eine neue 37-mm- Upside-down-Telegabel vom japanischen Hersteller Kayaba, die die konventionelle Federgabel des Vorgängermodells von 2015 ersetzt. Hinzukommt eine stabilere Gabelbrücke aus Aluminium. Vorteile der veränderten Vorderradführung sind laut Hersteller eine höhere Gabelsteifigkeit verbunden mit einer präziseren Rückmeldung.

Yamaha YZF-R3
Neu: Upside-down-Telegabel von Kayaba (Foto: Yamaha)

Ein Rohrrahmen aus hoch zugfestem Stahl integriert den Motor als tragendes Bauteil des Fahrwerks. Die lange Hinterradschwinge hat ein asymmetrisches Design und die Monocross-Hinterradfederung ist mit einem einstellbaren KYB-Federbein ausgestattet.

Yamaha YZF-R3
Der YZF-R3 Motor ist ein mittragendes Element (Foto: Yamaha)

Darüber hinaus erhält die YZF-R3 neue Alu-Gussräder im 10-Speichen-Design, die mit 110er bzw. 140er Radialreifen bestückt werden. Vorn gibt es eine 298 mm große Scheibenbremse mit einem schwimmend gelagerten 2 Kolben-Bremssattel.

Yamaha YZF-R3
Alu-Gussfelgen im 10-Speichen-Design (Foto: Yamaha)

Die Motorleistung des 321 ccm DOHC-Zweizylinder-Reihenmotors beträgt laut Datenblatt unverändert 42 PS bei 10.750 U/min. Die neue Frontverkleidung und Verkleidungsscheibe erhöht aber die Spitzengeschwindigkeit um 8 auf 185 km/h. Das liegt auch an der überarbeiteten Sitzposition des Fahrers: Der Lenker ist 2,2 Zentimeter tiefer montiert. Für eine bessere Ergonomie wurde der – nach wie vor 14 Liter fassende – Tank ebenfalls neu geformt. Alles in allem verbessert sich laut Yamaha der Luftwiderstand um 7 Prozent. Das fahrfertige Gewicht soll nun bei 167 Kilo statt bisher 169 Kilo liegen und sich vorn/hinten zu jeweils 50 Prozent verteilen. Im Cockpit findet der Fahrer ein neues LCD-Anzeigeinstrument mit verbesserter Ablesbarkeit.

Yamaha YZF-R3
Aerodynamische Maßnahmen erhöhen den Top-Speed der Yamaha YZF-R3 auf 185 km/h (Foto: Yamaha)

YZF-R3: Ein Plädoyer für die untere Mittelklasse

Die neue Yamaha YZF-R3 kann auch von Inhabern des Führerscheins A2 gefahren werden und kommt im Januar 2019 wahlweise in Blau oder Schwarz zu den Händlern. Bei einem Preis von 5.695 Euro bleibt sie auf dem Niveau der Vorgängerin.

Optisch wirkt die modellgepflegte R3 nun deutlich erwachsener. Und sie sieht nicht nur so aus, sondern so fährt und fühlt sie sich auch an. Der 321-ccm-Zweizylinder blieb unangetastet und begeistert nach wie vor. Ab 3500 U/min zieht er an, dreht ab 6500 Umdrehungen noch williger und gönnt sich ab 8500 Touren noch eine kleine Extraportion, wenn das Aggregat auf die Drehmomentspitze zusteuert. Unbeirrt geht der drehfreudige Zweizylinder bei linearer Leistungsentfaltung bis in den roten Bereich, ehe ihm der Begrenzer dann bei 13 000 U/min Einhalt gebietet. Dabei entfalten sich die 42 PS nicht nur nahezu linear, sondern glänzt der Motor auch durch seinen wunderbar seidenweichen Lauf. Das alles wird von einem ebenfalls satten Sound begleitet, der sich nach weit mehr Hubraum anhört. Das dumpfe Blubbern ist im Schiebebetrieb beinahe schon betörend. Und über 180 Sachen sind ein mehr als respektabler Wert für ein Motorrad dieser Klasse.

Yamaha YZF-R3
…und so wird sie ab Januar 2019 ausgeliefert (Foto: Yamaha)

Die Schaltung arbeitet präzise, die Kupplung erfordert ein wenig Kraft, ist aber nicht zu schwergängig. Für flotte Landstraßenritte wird die zweitkleinste Supersportlerin der Marke gerne im dritten und vierten Gang bewegt, während der sechste und letzte ein wenig Richtung Overdrive ausgelegt ist. Die Vorderbremse könnte für unseren Geschmack einen Hauch mehr Biss haben. Hier wurde offensichtlich zugunsten des Einsteigerklientel nach dem Motto „etwas weniger ist mehr“ verfahren. Dafür zeichnen sich aber die Stopper vorne wie hinten durch gut wahrnehmbare Druckpunkte aus. Die Sitzposition ist zwar bewusst sportlich, aber Rückenhaltung und Kniewinkel fallen nach wie vor für den Alltagsgebrauch immer noch moderat aus.

Die Yamaha YZF-R3 ist ein überzeugendes Plädoyer für die untere Mittelklasse. Sie beweist, dass auch hier Fahrspaß ohne große Verzichtserklärung möglich und machbar ist. Das gutmütige Fahrverhalten flößt Anfängern Vertrauen ein, während erfahrenere Motorradfahrer die spielerisch zu händelnde Kompaktheit der Maschine zu schätzen wissen. Yamaha liefert hier eines, wenn nicht sogar das stimmigste Gesamtpaket für das kleine, aber feine Hubraumsegment ab.

Überzeugt in ihrem Segment die Yamaha YZF-R3 Modelljahr 2019
Überzeugt in ihrem Segment die Yamaha YZF-R3 Modelljahr 2019 (Foto: Yamaha)

R-Serie: Supersportler ohne Kompromisse

Die YZF-R1 – sicherlich eines der einflussreichsten Motorräder, die Yamaha je auf den Markt gebracht hat – feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Die erste R1, eine absolut kompromisslose Entwicklung, brachte dem Straßenfahrer die Motor-Performance eines Rennmotorrads sowie ein neues, agiles Handling und leitete gleichzeitig eine neue Ära im Supersport-Motorraddesign ein.

Die Supersport-Linie der R-Serie wurde nun erweitert und umfasst mittlerweile fünf Modelle, die alle nach dem Prinzip „keine Kompromisse“ entwickelt wurden, ein Grundsatz, der maßgeblich zum dauerhaften Erfolg der YZF-R1 beigetragen hat.

Zusammen mit den neuen Modellen YZF-R125 und YZF-R3 sowie der YZF-R6, YZF-R1 und YZF-R1M stellt Yamaha mit der R-Serie ein breites Spektrum an Supersport-Modellen bereit.

Yamaha YZF-R3
Für die neue YZF-R3 gilt auch das Prinzip „keine Kompromisse“ (Foto: Yamaha)

Technische Daten Yamaha YZF-R3

Motor:

  • Typ: Zweizylinder-Viertaktmotor (DOHC) mit Flüssigkeitskühlung
  • Hubraum: 321 ccm
  • Bohrung x Hub: 60.0 mm x 44.1 mm
  • Verdichtungsverhältnis: 11,2 : 1

Leistungswerte:

  • Maximalleistung: 42 PS bei 10.750 U/min
  • Max Drehmoment: 29,6 Nm bei 9.000 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 185 Km/h

Fahrwerk:

  • Rahmen: Rohrrahmen, Motor als mittragendes Element
  • Telegabel: Upside-down-Telegabel mit 37 mm Standrohren
  • Räder: 10-Speichen-Rädern aus gegossenem Aluminium
  • Reifen vorn: 110/70-17M/C (54H)
  • Reifen hinten: 140/70-17M/C (66H)
  • Bremsen: vorn: eine 298 mm große Scheibenbremse, hinten mit 220 mm

Maße und Gewichte:

  • Länge: 2.090 mm
  • Radstand: 1.380 mm
  • Sitzhöhe: 780 mm
  • Tankvolumen: 14 Liter
  • Gewicht: 167 kg
  • Gewichtsverteilung: vorn/hinten 50:50

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