Harley-Davidson Livewire – Elektromotorrad zum Preis für ein Auto

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In Sachen Elektromobilität sind uns vor allem China und die USA um Längen voraus. Heute geben Unternehmen wie Tesla bei den E-Autos und der in Kalifornien ansässige Elektro-Motorrad-Hersteller Zero den Takt an. Aber auch traditionelle Hersteller, die nie vermuten ließen, dass sie von ihrem hundertjährigen Verbrennungsprinzip abrücken, überraschen uns mit neuen Antriebtechnologien. Bereits auf der EICMA 2018 vorgestellt, will Harley-Davidson weitere technische Details seines neuen Elektromotorrads LIVEWIRE bekannt gegeben. Und hierfür wählte Harley-Davidson nicht etwa eine Motor-Show, sondern die Consumer Electronic Show in Las Vegas, als Präsentationsort.

Der Antriebsstrang der Harley-Davidson Livewire wurde tief im Motorrad positioniert, um den Schwerpunkt tief zu halten. Serienmäßig verfügt das Elektro-Motorrad über eine Electronic Chassis Control mit Kurven-ABS und Traktionskontrolle. Der elektrische Antrieb mit 74 PS erfordert weder Kupplung noch Getriebe. Die Livewire beschleunigt damit in weniger als 3,5 Sekunden aus dem Stand auf knapp 100 km/h, was in den USA 60 Meilen pro Stunde entspricht. Die Reichweite im städtischen Verkehr gibt Harley-Davidson mit 177 Kilometern an.

74 PS und 177 km Reichweite soll die Harley-Davidson Livewire bieten
74 PS und 177 km Reichweite soll die Harley-Davidson Livewire bieten (Foto: Harley-Davidson)

In den Staaten ist die elektrische Harley ab Herbst zum Preis von umgerechnet rund 26.000 Euro zu haben. Später soll sie auch in ausgewählten anderen Märkten zu kaufen sein, in welchen, sagt der Hersteller nicht. Die Livewire wird über sieben Fahrmodi verfügen, von denen vier ab Werk installiert sind und drei vom Fahrer frei konfiguriert werden können. Der Motor hängt als mittragendes Element im Leichtmetallrahmen und soll nach Angaben des Herstellers einen charakteristischen Harley-Davidson-Sound generieren, dessen Tonhöhe und Lautstärke mit zunehmender Geschwindigkeit ansteigen. Das kenne ich doch von meinem Autoradio auch…

Das elektrifizierte Motorrad ist mit H-D Connect ausgestattet, das über das Mobilfunknetz im LTE-Standard Konnektivität und Cloud-Services mit der Harley-Davidson App verbindet. Diese Technologie kommt in einem US-amerikanischen Großserien-Elektromotorrad erstmals zum Einsatz. H-D Connect sammelt Fahrzeugdaten und überträgt sie an die App, um dem Fahrer diverse Informationen zur Verfügung zu stellen. Sollten Unbefugte Manipulationen am Motorrad vornehmen oder es bewegen, erhält der Fahrer einen entsprechenden Hinweis.

Die Livewire ist mit H-D Connect ausgestattet
Die Livewire ist mit H-D Connect ausgestattet (Foto: Harley-Davidson)

Die Lithiumionen-Hauptbatterie steckt in einem Aluminiumgussgehäuse mit Kühlrippen. Bordnetzfunktionen wie Beleuchtung, Hupe und Display werden von einer separaten, kompakten 12-Volt-Batterie gespeist. Der Ladevorgang kann mit einem integrierten Level-1-Ladegerät erfolgen, das mit einem unter dem Sitz untergebrachten Netzkabel an eine Haushaltssteckdose angeschlossen wird. Außerdem kann die Livewire über einen CCS-Typ-2-Ladestecker geladen werden.

Die Vision hinter dem Elektromotorrad nahm ihren Anfang mit dem Project Livewire in Form von E-Prototypen, die 2014 vorgestellt wurden, um das Potenzial einer elektrisch angetriebenen Harley-Davidson zu ermitteln. Im Rahmen der „Project Livewire“-Demotour erhielten Fans und potenzielle Kunden weltweit die Gelegenheit, einen der Prototypen zu fahren und Harley-Davidson ihr Feedback zu geben. Neben der Livewire will Harley-Davidson auf der CES in Las Vegas zwei weitere elektrifizierte Motorräder vorstellen. Die beiden minimalistischen Konzeptstudien geben Ausblick auf die nächste Generation von Zweirädern. Laut Hersteller könnten sie künftig die urbane Mobilität per Zweirad ermöglichen.

[Autoren: Jens Schultze, Jens Riedel, deg/ampnet]

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