Weltmeister beim Schottenring Classic Grand-Prix 2014

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Moto-Treff der Weltmeister

Beim 26. Schottenring Classic Grand Prix stand sie ganz im Mittelpunkt des Geschehens: Die Ninja von Kawasaki. Als eines der berühmtesten Motorräder überhaupt feierte der agile Klassiker im beschaulichen Luftkurort sein dreißigjähriges Debüt und begeisterte einmal mehr die Zuschauer auf dem Schottenring. Und nicht nur die Ninja überzeugte – mehrere Weltmeister huldigten den alten Motorrädern.

Wie in den Jahren zuvor gab es wieder viel Prominenz an Start und Ziel. Zweifelsohne kamen neun ehemalige und amtierende Motorrad-Weltmeister nach Schotten. Viele von Ihnen heizten mit ihren historischen Rennmaschinen über den 1,4 Kilometer langen Stadtkurs und demonstrierten eindrucksvoll dem begeisterten Publikum ihr fahrerisches Können. Für das ganz große Stelldichein sorgten beim diesjährigen Grand-Prix der siebenfache britische Weltmeister Phil Read und der ehemalige Suzuki- und Yamaha-Champion Dieter Braun aus Deutschland.

Schottenring-Classic GP
Dieter Braun beim Schottenring-Classic GP (Foto: Nippon-Classic.de)

Auch Chas Mortimer aus Großbritannien folgte der Einladung in den Vogelsbergkreis. Nach längerer Pause startete der mehrfache Grand-Prix-Sieger und achtfache Gewinner der anspruchsvollen Isle-of-Man Tourist Trophy dieses Jahr wieder auf seiner Yamaha. Ebenfalls aus Großbritannien angereist war „The Prince of Speed“, wie Phil Read voller Bewunderung auch genannt wird. Ganze sieben Weltmeister-Titel gehen auf sein Konto. Und er war der allererste Motorrad-Weltmeister in den drei Klassen 125, 250 und 500 ccm Hubraum. Auf dem Schottenring startete Read mit seiner 500ccm Paton und hatte sichtlich großen Spaß an dem Klassik-Rennen.

Unübersehbar fuhr Helmut Dähne in einer roten Lederkombi auf seiner goldenen BMW mit der Startnummer 76. Der Deutsche gilt als ewiger Rekordhalter für die schnellste Nordschleifen-Runde auf dem Nürburgring. Trotz 71 Jahren ist der 14-fache Grand-Prix Sieger Dieter Braun weiterhin ein wahrer Draufgänger und hetzt bereits seit vielen Jahren seine 1977er Yamaha TZ 350 durch die engen Stadtkurven von Schotten. Dass Braun seine aktive Karriere nach einem schweren Grand-Prix Unfall bereits 1977 an den Nagel hing, merkte man in Schotten in keiner seiner gefahrenen Runden.

Toni Mang kam zum 30. Geburtstag einer Kawasakis-Legende

Toni Mang gehört schon seit Längerem nicht mehr zum aktiven Fahrerfeld. Deutschland erfolgreichster Motorrad-Champion kam auf Einladung von Kawasaki zur Rennstrecke und gab geduldig und sehr gut gelaunt seinen vielen, treuen Fans Autogramme. Mit der Marke Kawasaki verbinden Mang nicht nur vier gemeinsame Weltmeistertitel, sondern viele persönliche Freundschaften: „Wir kennen uns sehr gut und sehr lange“. Die Saison 1982 schloss er als „ewiger Weltmeister“ in der 350 ccm-Klasse auf einer Kawasaki KR 350 ab – sein vierter WM-Titel. Obwohl ihn die Fachpresse einige Jahre später bereits „abschrieb“, holte sich Toni Mang 1987 seinen fünften Weltmeister-Titel auf einer 250-er Honda. „Ich wollte es allen noch einmal mit einem anderen Motorrad zeigen. Die neue Marke, die neue Technik und das neue Team inspirierten mich.“, verriet er mir im Gespräch. Schon in seiner Jugend beseelte ihn der Wunsch „besser zu sein als die anderen.“ Mit einem „ausgeprägtem technischem Interesse und dem nötigen Ehrgeiz“ kam er als 18-Jähriger zum Motorrad-Rennsport.

Toni Mang
Ab 13 Uhr gibt der ehemaligen Champion seinen Fans Autogramme (Quelle: Nippon-Classic.de)

Kawasaki blickte 2014 auf eine 30-jährige Erfolgsgeschichte der Ninja zurück, die heute weltweit als Inbegriff für das ultimative Supersportmotorrad steht. Bei ihrer Präsentation vor 30 Jahren setzte die GPZ 900 R neue Maßstäbe in Sachen Performance, Handling und Aerodynamik. Revolutionär war der 16-Ventil-Motor mit einer Spitzenleistung von 115 PS. Hierzulande gab es die Ninja nur mit „gezähmten“ 98 PS, da sich die Zweiradhersteller auf eine Leistungsgrenze von 100 PS verständigt hatten.

Schottenring mit 90-jähriger Geschichte

Der staatlich anerkannte Luftkurort Schotten westlich des hessischen Vogelsberges hatte 2014 zum 26. Mal den Schottenring Classic Grand Prix ausgetragen. Rund 300 historische Rennmotorräder und Gespanne gingen am 16. und 17. August auf dem 1,4 Kilometer langen Stadtkurs an den Start.

Das inzwischen prestigeträchtige Rennen hatte am 19. August 1989 seine Premiere – im Jahr der deutschen Wiedervereinigung. Damals noch als Hirngespinst belächelt, gehört nach mehr als einem Vierteljahrhundert das jährliche Historientreffen des Veranstalters MSC Rund um Schotten zur festen Größe im beschaulichen Schotten.

Die eigentliche Geschichte liegt aber viel weiter zurück. Schon 1925 startete bereits das erste Rennen „Rund um Schotten“, welches der im gleichen Jahr gegründete Vogelsberger Automobil- und Motorradclub ins Leben gerufen hatte. Der „alte“ – damals noch 16 Kilometer lange – Schottenring war Austragungsort für viele Motorrad- und Sportwagenrennen. Historisches Highlight auf der anspruchsvollen Rennstrecke war die Austragung des Großen Preises von Deutschland im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft im Jahr 1953.

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