39. Hockenheim Classics 2016 präsentiert sich international

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Getreu dem Motto „lieber Sonnenbrand als Tropfen auf der Linse“ habe ich am gestrigen Samstag bei herrlichstem Sonnenschein die 39. Hockenheim Classics besucht. Man muss den Organisatoren wirklich ein großes Lob aussprechen, denn wie sich dieses Classic-Event seit den Anfängen vor 39 Jahren entwickelt hat, ist nicht selbstverständlich und sucht seines gleichen.

Hockenheim Classics 2016
In den Boxen gab es jede Menge historische Rennmaschinen zu Bestaunen (Quelle: Nippon-Classic.de)

Für die eingefleischte „Alteisen-Fraktion“ ist die Hockenheim Classics 2016 einer der Kultveranstaltungen schlechthin. In den Boxen an der Start- und Zielgeraden präsentierten sich geschichtsträchtige und technisch ausgefeilte Grand-Prix Motorräder in einer Sonderausstellung, flankiert von einigen Händlern, die gesuchte Ersatzteile und seltene Motorrad-Zeitschriften von anno dazumal anboten.

Egli-Kawasaki 900 Z1 von 1974 (Quelle: Nippon-Classic.de)
Egli-Kawasaki 900 Z1 von 1974 (Quelle: Nippon-Classic.de)

Das Fahrerlager war bis zum letzten Platz belegt und einige ehemalige Grand-Prix-Sieger,  Weltmeister und Deutsche Meister kamen zum Classic Grand Prix an den Hockenheimring und gaben unter anderen auch Autogramme.

Hockenheim Classics 2016
In der Pause: Autogrammstunde der ehemaligen Champions (Quelle: Nippon-Classic.de)

Bei der 39. Hockenheim Classics 2016 trugen auch die „Freunde Historischer Renn-Motorräder“ (kurz: „FHRM“) aus der Schweiz einen von insgesamt 10 Läufen im Rahmen der Vintage-Schweizermeisterschaft aus. Da seit dem tragischen Le Mans Unfall im Jahr 1955 Rundstrecken-Events in der Schweiz untersagt sind, weichen die Eidgenossen bei Rundstreckenrennen auf Deutschland, Frankreich und Luxemburg aus. Die „FHRM“ entführte die Zuschauer mit ihren alten Rennmaschinen aus den Jahren 1928 bis 1984 für einige Minuten in die motorsportliche Vergangenheit.

Zwei weitere internationale Clubs kamen mit einem großen Starterfeld ebenfalls nach zur Hockenheim Classics 2016. Nach dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans und den beiden historischen Läufen der Bikers Classics in Spa Francorchamps trug der IHRO („International Historic Racing Organisation“) an diesem Wochenende das nächste Rennen aus. Die „International Historic Racing Organisation“ wurde bereits 1985 von dem Journalisten Alan Cathcart und weiteren Rennsport-Verrückten ins Leben gerufen. Leider verstarb Mitgründer und IHRO-Rennfahrer Graham Boothby in diesem Jahr viel zu früh.

Hockenheim Classics 2016
IHRO-Fahrer Tilmann Runck mit der Seeley MK3 (Quelle: Nippon-Classic.de)

Dass auch die Holländer Spaß und Interesse an historischem Motorsport haben, ist längst kein Geheimnis mehr. Die Fahrer der „Classic Motorcycle Racing Club Holland“ (kurz: CMRCH) sammelten bei der 39. Hockenheim Classics wertvolle Punkte für die niederländische Meisterschaft, deren Ausgang derzeit noch völlig offen ist. Sowohl die IHRO- als auch die CMRCH-Fahrer pilotierten Zwei- und Viertakt-Rennmaschinen bis zum Baujahr 1973 mit Trommelbremsen und 18 Zoll-Rädern.

Der VFV-Sonderlauf des „Veteranen-Fahrzeug-Verbandes“ ist seit Jahren ein fester Bestandteil der Hockenheim Classics. Die meist originalen, unveränderten Rennmotorräder, mit denen der VFV an den Start ging, sind technische Meilensteine der Motorrad-Rennsportgeschichte. Leider verschwinden mehr und mehr echte Raritäten in den Garagen finanzkräftiger Sammler. Früher konnte man beispielsweise noch die legendäre NSU Rennfox mit der typischen „Blauwal“-Verkleidung in Aktion bei den Hockenheim Classics bestaunen. Heute hilft nur noch ein Museumsbesuch.

Hockenheim Classics 2016
Manfred Gerecht mit seiner Norton Manx beim VFV-Sonderlauf (Quelle: Nippon-Classic.de)

 

Und so war es bei den Hockenheim Classics 2015.

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