Kraftvolle Erscheinung: Kawasaki Z 750 E Racer

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Seit meinem 18. Lebensjahr fahre ich Moped und solange schraube ich auch schon. Mein erster Umbau war eine „AME Y6“ auf Basis der Yamaha SR 500, gefolgt von einer 68er Harley-Davidson Shovelhead. Nach der Shovel war ich zwei bis drei Jahre ohne Motorrad und ein im Nachbarort ansässiger Autodealer bot eine abgerockte Kawasaki Z 750 E zum Verkauf an.

Die Z 750 war so kein wirklicher „Hingucker“

Es war Sommeranfang und ich wollte eine Kawasaki Z eh schon immer haben. Für den Preis einer Lohnsteuerrückvergütung wurden wir uns handelseinig. Nach ein paar Kurven kam ich zur Erkenntnis, dass die Fahreigenschaften originaler Z-Fahrwerke nur durch den Wahnsinn des Fahrers zu kompensieren sind. Dann gab es da auch noch die typischen Kawa Zipperlein: die Maschine springt nicht an, die Ketten rasseln und die originalen Vergaser sind ein Quell ewiger Freude. Zudem war die Z 750 E im originalen Zustand auch kein wirklicher „Hingucker“.

Es musste also was passieren und ich suchte nach passenden Umbauten im Netz. Aber die Custom Bike, die ich bis dahin sah, waren entweder alle ein Kawasaki Z 900 „Classic-Einerlei“ oder wie ich fand ziemlich misslungen. Und am aufregendsten sind Custom Bikes bekanntlich, wenn man sich an Extreme wagt und bislang bekannte Grenzen überwindet.

RF-Biketech lieferte die Inspiration

Aber es gab dann doch den ein oder anderen guten Artikel. Die Umbauten von RF Biketech inspirierten mich, so dass ich mich für den Umbau zu einem Z 750 E Racer entschied. Als die Richtung klar war, ging es ans Werk.

So nebenbei kann ich jedem interessierten Schrauber nur sehr empfehlen VOR dem geplanten Umbau beim TÜV ein Gespräch mit dem zuständigen Kittelmann zu führen. Das spart hinterher Frust und Ärger!

Nachdem ich mich durch etliche Foren gekämpft und das „ok dann mach mal“ vom TÜV-Mann bekam, startete ich den Einkauf der benötigten Zerealien. Nach einem Jahr Schraubarbeit und viel Lust und Frust kam dabei dieser Z 750 E Racer raus. Ich erspare euch die Details aus diesem Jahr, aber die wichtigsten Umbaumaßnahmen findet ihr hier.

Kawasaki Z 750 E Racer
Die Schwinge stammt von einer Yamaha XJ 1200 (Foto: Jens Meyer)

Umbauten zum Kawasaki Z 750 E Racer im Detail

  • Basis: Kawasaki KZ 750 E
  • Motor/Motortuning:
    • Wiseco 810 ccm Kolben Kit / R1 Nockenwellen Rest original
    • Vergaser: VM28SS Flachschieber von einer GSXR 750 mit geänderten Düsen
    • Luftfilter: K & N Serie
    • Krümmer/Auspuff: Sebring 4 in 1 MU 150
  • Rahmen:
    • Original mit „Cleanup“
    • Heck: Original /Aufnahme Federbeine angepasst /versetzt
    • Schwinge: Yamaha XJ 1200 (Aufnahmen  Li/Re je 5 mm abgefräst + Passhülse)
    • Federbeine: Original mit Wilbers Federn
    • Gabel: ZXR 750 / Lenkrohr von Performance Parts
    • Gabelbrücken: Oben Rairotec KA11 / Unten ZXR 750
    • Gabelcover: Original
    • Fußrastenanlage: Moto Italia GP
  • Armaturen:
    • Lenker: Fehling Superbike, pulverbeschichtet
    • Hebel: ZX10 R angepasst
    • Griffe: Harris
    • Spiegel: Shin Yo
    • Armaturen/Schalter: Z 900
    • Instrumente/Anzeigen: DET 100 Digital Tacho
  • Räder:
    • vorn und hinten ZXR 750
    • ZXR 750 hinterer Kettenradträger abgedreht + 10mm Offset Ritzel
  • Bereifung:
    • vorn: 120/70 ZR17 Avon Viper Sport 2
    • hinten: 170/60 ZR17 Avon Viper Sport 2
  • Bremsen:
    • Bremsscheiben vorn und hinten Serie ZXR 750
    • Bremszangen vorn und hinten Serie ZXR 750
    • Bremsflüssigkeitsbehälter von Nissin: ZXR + CBR 1100
    • Bremsleitungen: vorn und hinten gelbe Lucas Teflonleitungen
  • Sonstiges:
    • Tank: Kawasaki Z 900 (außen verzinnt / innen versiegelt)
    • Sitzbank: Design Jens Meyer / Ausführung Sattlerei Jungblut
    • Kotflügel vorne: Eigenbau / Basis ZZR 1400
    • E-Box: Original
    • Scheinwerfer: Louis
    • Blinker vorne: Kellermann BL 1000
    • Blinker hinten: Ducati Serie
    • Rücklicht: Louis
    • Lackierung: Eigenregie

Mein besonderer Dank gilt Theo Bürger SB, der Topham Vergasertechnik GmbH, der mechanischen Werkstatt Temmels, der Sattlerei Jungblut, dem TÜV Losheim und meiner Frau für die Fotos.

 

(Text, Fotos: Erbauer Jens Meyer)

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