Martialische Kawasaki W650 Raw Metal von Schlachtwerk

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Fast schon unverschämt frech ignoriert die neueste Schlachtwerk-Schöpfung – die Kawasaki W650 „Raw Metal“ – viele gängige Normen. Sie will dem Auge des Betrachters nicht mit Hochglanzlack imponieren, sondern drückt den sehnsüchtigen Wunsch nach Freiheit mit ihrem „ungeschminkten“ und  rauen Vintage-Look unverblümt aus. Und dieses Custom Bike verschwindet nicht in irgendeiner Garage. Denn ihr Besitzer, ein Surfer, will die W650 Raw Metal regelmäßig bewegen und so oft wie möglich damit an den Strand.

Kawasaki W650 Raw Metal
Neue Kawasaki W650 Raw Metal von Schlachtwerk (Foto: Marc Holstein)

Das Motorrad ist quasi um den Tank herum entstanden

Wie so oft im Leben, spielt manchmal der Zufall eine ganz große Rolle. Bei der W650 „Raw Metal“ fällt der rostige Tank auf, den Thomas – Customizer seines Zeichens – auf der letzten Veterama im Vorbeilaufen entdeckte. Das Teil alte Teil stammt wohl von einer geschlachteten Maico oder AWO, so genau kann er das aber garnicht sagen. Warum auch! Wie auch immer, das Ding hat den Stein ins Rollen gebracht. Unbehandelt, so gelassen wie gekauft und nur mit Owatrol Öl – einer farblosen Rostversiegelung – konserviert, ist das Custom Bike quasi um diesen Tank herum erstanden. Und Schlachtwerk hatte vom Kunden auch freie Hand bekommen. Was will man mehr?!

„Der Kunde hat bei mir eigentlich einen Tracker bestellt, jedoch war er offen für vieles und als ich ihm sagte, ich würde gerne mal was Flacheres bauen, war er sofort einverstanden.“ erzählt Thomas im Gespräch mit mir.

W650 Raw Metal
Ein alter Tank von der Veterama brachte den Umbau ins Rollen (Foto: Marc Holstein)

Schlachtwerks Customizing der W650 zur „Raw Metal“

Vorn hat Thomas an der W650 Raw Metal aufeine 2,5×18″ Felge umgerüstet. Beide Felgen wurden schwarz beschichtet, mit Edelstahlspeichen neu eingespeicht und jeweils mit einem 130/80 18er Dunlop TT100 bereift. Das vordere Schutzbech passte nicht mehr so recht zur gewünschten Vintage-Optik und wurde kurzerhand weggelassen. Ein Superbrace Gabelstabilisator sorgt nun für eine verwindungssteife Seriengabel.

Kawasaki W650 Raw Metal
Die Kawasaki W650 Raw Metal fährt vorn wie hinten auf 130’er 18 Zoll Dunlops (Foto: Marc Holstein)

Die Gabelbrücken sind ebenfalls originale Kawasaki-Teile, nur die obere Brücke wurde bearbeitet. Denn bei der W650 Raw Metal greift man statt des schweren Stahllenkers nun zwei LSL-Stummellenker, an deren Enden Blinker von Kellermann – schön versteckt – sitzen.

Das Cockpit reduzierte Schlachtwerk geschickt auf einen kleinen Daytona-Tacho und zwei seitlich befestigte LED-Kontrollleuchten. Das Zündschloss wanderte selbstverständlich an die Seite. Und der klotzige Serienscheinwerfer wich einem zentral montierten Scheinwerfer von Bates.

W650 Raw Metal
Vorn sitzt nur ein kleiner Daytona-Tacho mit LEDs (Foto: Marc Holstein)

Auch technisch bekam die Kawasaki einiges ab

Obwohl Schlachtwerk bei der „Raw Metal“ auf ein opulentes Bremsen-Tuning verzichtete, bekam das Custom Bike aber eine Stahlflex-Bremsleitung und bessere Sinter-Beläge spendiert. Jetzt sollte die W650 deutlich besser bremsen.

Markant ist die Schlachtwerk 2-1 Auspuffanlage, die für ein perfektes Finish glasperlgestrahlt wurde und die Farbtöne des Tanks wieder aufgreift. Den Vergasern gönnte Thomas eine zum K&N Filterkit passende Bedüsung.

Eine Sonderanfertigung sind die beiden hinteren Wilbers-Stoßdämpfer, die die Maschine etwas tiefer legen. An den Federbeinaufnahmen treten nun die hinteren LED Blinker dezent in den Hintergrund. Das Heck ziert ein zeitloses Classic Rücklicht auf einem schwarzen Kotflügel von Schlachtwerk. Ebenfalls aus der Schlachtwerk-Fertigung stammt die strammgepolsterte Sitzbank.

W650 Raw Metal
Die glasperlgestrahlte 2-in-1 Auspuffanlage ist von Schlachtwerk gebaut (Foto: Marc Holstein)

Die Elektrik verschwindet unter der Sitzbank in einer kleinen, selbstgebauten Elektrowanne. Für die Vintage-Optik gab’s kleine Seitenverkleidungen.

Einem Kundenwunsch musste sich Thomas aber beugen: entgegen der Schlachtwerk-Philosophie ist die W650 Raw Metal die erste Kawasaki W650, die ihren Anlasser behalten durfte. Und trotz konnte Thomas das Custom Bike auf nur 188 Kilogramm herunterstrippen – und das bei 58 PS Leistung. Das verspricht Fahrspaß pur!

Weitere W650 und W800 Custom Bikes von Schlachtwerk

Ultra-direkte Kawasaki W650 Bratstyle von Schlachtwerk: Unter dem Motto „Weniger ist mehr“ baute Thomas Thöring von Schlachtwerk eine ultra-leichte und ultra-direkte Kawasaki W650 Bratstyle.

„MACACO-Racing“ Kawasaki W650: Die Offenbacher Customschmiede „Schlachtwerk“ baute einen schlanken und agilen Scrambler auf Basis der Kawasaki W650 aus dem Jahr 2000.

Schlachtwerks Kawasaki W800 Black Edition: Die Kawasaki W800 Black Edition von Schlachtwerk ist ein reizvoller Umbau mit klassischen Linien, 63 PS mehr Leistung und 30 Kilogramm weniger Gewicht.

 

Kontakt zu Schlachtwerk unter: www.schlachtwerk.com.

(Fotos: Marc Holstein – http://www.marcholsteinphotos.com/)

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