Kawasaki Z1 900 Super Four – Vorstoß in neue Dimensionen

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Kawa 900 Z1 mit Fahrwerksschwächen

Das Rückgrat der Kawasaki Z1 900 bildete ein Doppelschleifenrohrrahmen mit konventioneller, damals üblicher Stahlschwinge, die in Stahlbuchsen geführt war.
So sehr die Maschine als Gesamtpaket positiv überraschte, war das serienmäßige Fahrwerk der Kawa 900 Z1 mit der schieren Kraft des Motors überfordert. Denn der Schwerpunkt der Maschine lag zu hoch. Die Teleskopgabel mit den 36 mm Standrohrdurchmesser konnte nicht verstellt werden und die Dämpfung versagte im Leistungsbereich. Die hinteren Federbeine gerieten werksseitig viel zu hart.

In einem zweiten Test im Jahr 1973 hetzte MOTORRAD-Legende Klacks eine Kawasaki Z900 über die Nordschleife am Nürburgring:

„Auf einer normalen Landstraße merkt man schon, dass die 900er beim Anfahren an eine Kurve in Schräglage beim Gaswegnehmen schaukelt. Aber auf dem Nürburgring […] wird diese Erscheinung zur Existenzfrage.“

Doch das war nicht alles. Unkontrollierbare Vibrationen zerstörten die Lichtmaschine. Und mit dem Wechseln der zerrüttelten Glühbirnen kam man kaum nach. Bei über 150 km/h kam auch der Lenker so in Schwingung, dass Objekte im Rückspiegel nicht mehr zu erkennen waren. Ungefähr in gleichen Geschwindigkeitsbereichen nervte die Maschine den Fahrer mit starken Pendelbewegungen um die Längsachse. Dazu hatte die Bremsanlage (vorn: Einfachscheibenbremse mit 296 mm Durchmesser, hinten: Trommelbremse mit 200 mm Durchmesser) große Mühe den „230 Kilogramm-Brocken“, wenn dieser seine Muskeln spielen ließ, zum Stillstand zu bekommen. Eine vorausschauernde Fahrweise oder moderates Tempo waren lebenserhaltene Maßnahmen.

Selbst KAWASAKI mahnte potentielle Käufer:

„Wir vertrauen darauf, dass der Mann, der diese Maschine Kauft, die Kraft respektiert, die in ihr steckt und dass er sich in erster Linie als Sicherheitsfaktor betrachtet und einsetzt.“

Viele Z1-Fahrer halfen sich mit dem Einbau von „Koni’s“, einem Lenkungsdämpfer, einer zweiten Scheibenbremse vorn, deren Aufnahme am rechten Gabelholm schon werksseitig angebracht war, sowie einem schmaleren Lenker.

Kawasaki 900 Z1
Kawasaki Z900 mit doppelter Scheibenbremse vorn (Quelle: Peter Krauss, Z-Club Germany)

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Discussion7 Kommentare

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  4. die vergaser der z 900 sind aber nur 26mm gross.wenn schon rescherschieren,dann bitte richtig,weil die,die da rein schauen wissen es meist auch nicht und verlassen sich auf euch.aber sonst ok die seite.mit freundlichem gruss ein z 900 fahrer

    • Hallo Herr Kielwein,
      vielen Dank für Ihre Nachricht. Haben Sie einen handfesten Beleg für die Angabe? Die mir vorliegenden Quellen bestätigen alle eine 28 mm Ausführung. Beste Grüße, Jens von Nippon-Classic.de

  5. Hallo Zusammen,

    die Wahrheit liegt, wie so oft, in der Mitte.
    Die Baureihe Z 1 ab Baujahr 1972 besaß eine MIKUNI-Vergaserbank mit 28 mm Durchmesser, ab 1976 kam die Baureihe KP 900 A4 mit einer 26 mm Vierfach-Vergaseranlage ebenfalls von MIKUNI zur Auslieferung, Gaszug wurde verbessert und die Airbox vergrößert.
    Ende 1976 wurde der 903 ccm-Motor aufgebohrt auf 1015 ccm für die KZ 1000 A. Hier wurden die 26 mm MIKUNIs zunächst beibehalten und nur die Auspuffanlage geändert und die Airbox überarbeitet und nochmalig vergrößert.
    Erst bei der „kastig“ designten Z 1 – R von 1977 wurde das Triebwerk aus der KZ 1000 A2 übernommen und wieder auf 28 mm Vergaser umgerüstet, diesmal die MIKUNI-VM 28 SS Vergaserbank. (Quellen: Ian Falloon/Andi Seiler)
    So gesehen hat jeder Recht, man sieht aber auch wie kreativ die Ingenieure bei KAWASAKI damals schon in Punkto Komponentencheck zur Leistungsausbeute und Abstimmung der Triebwerkscharakteristik (Ansprechverhalten, Emmissionsregulierung) waren.

    Bikergruß
    Frank Colling

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