Fürs große Abenteuer: Honda CRF1000L Adventure Sports

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Honda stellt seinem Erfolgs-Offroader Africa Twin einen Langstrecken-Ableger zur Seite. Die wichtigsten Zutaten für die Honda CRF1000L Adventure Sports sind ein größerer Tank, längere Federwege und mehr Bodenfreiheit.

Für die Neuauflage seiner Africa Twin hatte Hondas Entwicklungsabteilung den Projektnamen „True Adventure“ auserkoren. 2016 kam die hochbeinige Reise-Enduro nach zwölf Jahren Baureihen-Abstinenz wieder auf den Markt. Mit mehr als 51.000 verkauften Einheiten weltweit und reihenweisen Siegen bei den einschlägigen Fachzeitschriften und Leserwahlen ist die Honda CRF1000L seitdem eine einzige Erfolgsstory.

Honda CRF1000L
Honda CRF1000L Modelljahr 2016 (Quelle: Honda)

Fast die Hälfte der Africa Twin Käufer entscheiden sich inzwischen für das Doppelkupplungsgetriebe DCT, das dem Fahrer zuverlässig und präzise die Schaltarbeit abnimmt. Pünktlich zum Start der Saison 2018 gibt es jetzt die erste Modellpflege für die Africa Twin – und nach Vorbild der Hauptwettbewerber eine weitere Variante: die Honda CRF1000L Adventure Sports.

Honda CRF 1000L
Beststeller seit 2016 – Honda CRF 1000L (Foto: Honda)

Unterschiede der CRF1000L Adventure Sports

Die Machart der „Abenteuer“-Baureihenerweiterung ist seit langem bekannt von BMW und KTM: Von (fast) allem ein bisschen mehr, ist die Devise. Bei der Honda steigt das Tankvolumen von 18,8 auf 24,2 Liter. Damit sind Reichweiten von mehr als 500 Kilometern möglich, legt man den offiziellen Durchschnittsverbrauch von 4,7 l/100 km zu Grunde. 20 Millimeter mehr Bodenfreiheit bescheren der Adventure Sports 270 mm Abstand vom Rahmen bis zum Boden. Die Sitzhöhe beträgt damit üppige 900 mm beziehungsweise 920 mm, je nach dem, wie man die verstellbare Sitzbank einstellt. Auf der Basis-Africa-Twin hockt das eigene Hinterteil moderate 850 bzw. 870 mm über dem Boden.

Honda CRF1000L
Auf der Honda CRF1000L Adventure Sports thront man auf 920 mm Höhe (Foto: Honda)

Radstand und Höhe legen bei der Honda CRF1000L Adventur Sports ebenfalls leicht zu. Das liegt nicht zuletzt an der leicht veränderten Fahrwerksgeometrie: Der Federweg vorn misst bei der Adventure Sports 252 mm und damit 22 mm mehr als bei der klassischen Africa Twin, hinten an der Aluminiumschwinge sind es 240 statt 220 mm. In beiden Maschinen kommt eine voll einstellbare Upside-Down-Gabel von Showa mit vertrauenserweckenden 45 mm Standrohrdurchmesser zum Einsatz. Das heißt, der Fahrer kann nach Belieben Federvorspannung, Dämpferzug- und Dämpferdruck-Stufe selbst variieren. Auch die Felgengröße ist identisch: 21 Zoll vorn, 18 Zoll hinten, in beiden Fällen mit Edelstahlspeichen. So soll das sein bei echten Offroad-Bikes.

Honda CRF1000L
Voll einstellbare Upside-Down-Gabel von Showa mit 45 mm Standrohren (Foto: Honda)

Den bewährten, höchst kultiviert laufenden Parallel-Twin hat Honda mit sinnvollem Feintuning upgegradet. Leichte Modifikationen an der Airbox beispielsweise und der um 20 mm verlängerte Ansaugkanal verbessern das Ansprechverhalten bei mittleren Touren. Die überarbeitete Abgasanlage sorgt für satteren Sound und optimierte Leistungsabgabe. Wichtigste Neuerung ist der elektronische Gasgriff. Durch die „„Throttle by wire“-Technologie verfügt die Honda Africa Twin über drei Riding-Modes zur Anpassung der Motorcharakteristik. Tour (Langstrecke), Urban (Stadt) und Gravel (Schotter) lauten die Bezeichnungen. Hinzu kommt ein „User“-Modus für individuelle Einstellungen. Hier kann sich der Fahrer seinen „Best of“-Mix aus Motorleistung, Motorbremse und Traktion komponieren.

Honda CRF 1000L
Die Honda Africa Twin verfügt nun über drei Riding-Modes (Quelle: Honda)

Im Zusammenspiel mit der jetzt sieben statt bislang drei Stufen bietenden Traktionskontrolle – „Honda Selectable Torque Control System“ (HSTC) getauft – ergeben sich so zahlreiche Feinabstimmungsmöglichkeiten. Level 1 steht für aggressive Offroad-Fahrweise mit Stollenreifen, Level 7 für maximale Sicherheit bei moderater Fahrweise auf nassem oder glattem Untergrund. Ganz ausschalten lässt sich das System auch. Aber das empfiehlt sich nur bei wirklich hartem Gelände-Einsatz und echten Könnern. Die dürfen sich auch über den seitlich leicht abgeflachten Rahmen freuen. Beim Fahren im Stehen und auf längeren Strecken drückte es gern mal im oberen Wadenbereich. Das ist jetzt vorbei. Für verbesserten Stand sorgen auch die breiteren, mit Stahl verstärkten Fußrasten. Erstaunlich guten Windschutz auf langen Strecken bietet der große Windschild. Bei der Honda CRF1000L Adventure Sports ist die Scheibe noch einmal 80 mm höher, was das Fahren noch ruhiger und zugfreier macht. Heizgriffe und Bordsteckdose sind hier Serie.

Honda CCRF1000L Adventure Sports
Bei der Honda CRF1000L Adventure Sports ist die Scheibe höher (Foto: Honda)

Das sechsstufige DCT-Getriebe mit Schaltwippen, ein Alleinstellungsmerkmal von Honda, beherrscht seine Arbeit nach wie vor nahezu perfekt. Eine siebte Gangstufe wie beim DCT der neuen Honda Gold Wing vermisst hier sicherlich keiner. Der „G“-Modus des DCT aktiviert eine spezielle Geländeeinstellung für Gangwechselsteuerung und Traktionskontrolle. Wer vorwiegend offroad unterwegs ist, sollte dennoch zum 6-Gang-Schaltgetriebe mit Quickshifter greifen. Die Gänge rasten auch ohne Kupplung sehr sauber und schnell ein. Das gibt einem letztlich das Gefühl von etwas mehr Kontrolle, wenn es auf schwierigem Geläuf darauf ankommt.

Honda CRF1000L Adventure Sports
Honda CRF1000L Adventure Sports (Foto: Honda)

230 Kilogramm bringt die Honda Africa Twin vollgetankt auf die Waage. Die Adventure Sports kommt auf 243 Kilogramm. Mit DCT sind es jeweils zehn Kilo mehr. Die Preise inklusive Voll-LED-Licht starten bei 12 975 Euro, zuzüglich Überführung werden es 13 290 Euro. Soll die Africa Twin in den Mehrfarblackierungen „Pearl Glare White“ (Tricolor) oder „Grand Prix Red“ glänzen, werden 300 Euro Aufpreis fällig. Die Adventure Sports gibt es ab 14 575 Euro zzgl. Überführung. Der Aufpreis für DCT beträgt 1100 Euro.

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Die Adventure Sports kommt auf 243 Kilogramm. (Foto: Honda)

 

Technische Daten Honda CRF1000L Adventure Sports

  • Motor: Parallel-Zweizylinder, flüssigkeitsgekühlt
  • Hubraum: 998 ccm
  • Leistung: 70 kW / 95 PS bei 7500 U/min
  • Max. Drehmoment: 98 Nm bei 7500 U/min
  • Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
  • Beschleunigung 0–100 km/h: 3,8
  • Getriebe: 6-Gang-Schalt- oder -Doppelkupplungsgetriebe (DCT/automatisiert oder per Tasten geschaltet)
  • Antrieb: Kette
  • Tankinhalt: 24,2 Liter
  • Sitzhöhe: 900/920 mm
  • Lenkerbreite: 930 mm
  • Bodenfreiheit: 270 mm
  • Radstand: 1580 mm
  • Gewicht: 243/253 kg (vollgetankt/DCT)
  • Normverbrauch: 4,7 l/100 km
  • CO2-Emissionen: 109 g/km (Euro 4)
  • Preis: ab 14 890 Euro (inkl. NK)

 

 

[Autor: Ralf Bielefeldt, Auto-Medienportal]

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